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“Harvey” und “Irma” belasten Rückversicherer

15.09.2017 – hauptgebaude_munichre“Harvey” und “Irma” haben in den vergangenen Tagen sowohl den Süden der USA als auch die Karibik kräftig durcheinander gewirbelt. Nun machen die beiden Wirbelstürme auch den Rückversicherern kräftig zu schaffen. So gab die Munich Re bereits am Mittwochabend eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr heraus. Demnach seien “aus beiden Ereignissen sind hohe versicherte Schäden zu erwarten”, heißt es aus München.

Deswegen könnte die Munich Re “das Ziel eines Jahresgewinns von 2,0 bis 2,4 Mrd. Euro verfehlen”, teilte der Rückversicherer weiter mit. Zudem geht der Konzern davon aus, dass man im dritten Quartal 2017 voraussichtlich einen Fehlbetrag ausweisen werde. Dennoch verfüge die Munich Re nach eigenen Angaben “selbst nach so schweren Naturkatastrophen über eine ausreichend solide Kapitalbasis, um den Kunden weiterhin die volle Rückversicherungskapazität zur Verfügung zu stellen”.

Auch wenn sich der Konzern selbst noch mit einer Einschätzung hinsichtlich des Klimwawandels zurückhält, gebe es doch “Indizien dafür, dass Hurrikane, wenn sie entstehen, intensiver werden”, betonte Konzernvorstand Torsten Jeworrek jüngst im Interview mit dem Handelsblatt. Inwieweit “Harvey” und “Irma” auch Auswirkungen auf die Preisentwicklungen auf dem Rückversicherungsmarkt haben, wollte Jeworrek noch nicht sagen.

“Noch mehr bei ‘Harvey’ als bei ‘Irma’ wird es so sein, dass dies Zeit braucht, denn ‘Harvey’ ist vor allem ein Überschwemmungsereignis – und da dauert es meist etwas, bis sich der volle Schaden manifestiert. Das bringt natürlich Unsicherheit in die Märkte hinein. Soweit man es bisher sagen kann, wird es sicher Auswirkungen auf die Preise für Naturkatastrophenschutz in den USA in der nächsten Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2018 haben – davon bin ich fest überzeugt, konstatiert der Manager des Rückversicherers.

Dennoch geht der Versicherungsmarkt Lloyd’s von einem versicherten Marktschaden von 131 Mrd. US-Dollar aus. Davon würden etwa 66 Mrd. US-Dollar für private Wohngebäude, 65 Mrd. US-Dollar für gewerbliche Objekte, 2,25 Mrd. US-Dollar für die Autokasko sowie eine Mrd. Mrd. US-Dollar für Transport (all jene Luxusyachten, die sich aufeinander getrümt wiederfinden dürften) entfallen. Wesentlich beeinflusst werden könnte die Schadenhöhe durch die Intervention populistisch gesonnener einzelstaatlicher Insurance Commissioners und attorney generals, die versuchen könnten den jeweiligen Deckungsumfang nachträglich auszuweiten.

Nur zum Vergleich: Gemäß der Modellierungsgesellschaft AIR Worldwide würde eine Wiederholung von Hurricane Andrew derzeit 56 Mrd. US-Dollar kosten. Es ginge also um das zweieinhalbfache von Hurricane Andrew. Das müsste dann wohl die Kriterien für ein “market changing event“ erfüllen. Bei vielen Versicherern dürften die eingekauften Schutzdeckungen zwar gerade ausreichen. Allerdings müsssten sie wohl nach deren Abräumen zusätzliche Wiederauffüllungen einkaufen. (vwh/td/cpt)

Bild: Konzernzentrale der Munich Re (Quelle: Munich Re)

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