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Härtling: Vermittler werden aus dem Markt gedrängt

26.07.2017 – Beratung_Rainer Sturm_pixelioIDD bringt für Berater mehr Komplexität und neue Pflichten mit sich. Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Ruhestands Planung (DGfRP). Um den Geplagten zu helfen, hat die Gesellschaft einige Tipps parat. Vermittler hätten nach Einführung der neuen Richtlinie mehr Pflichten gegenüber ihren Kunden als bisher. Der Makler müsse wie gewohnt beraten und alle Kundenfragen beantworten, aber bei der Produktauswahl noch sorgfältiger vorgehen.

“Natürlich darf – auch heute schon – beim Abschluss nicht auf die eigene Vergütung geachtet werden, sondern das Interesse des Kunden muss im Vordergrund stehen”, sagt Peter Härtling, Geschäftsführer der DGfRP. Laut IDD ist der Berater verpflichtet, die Auswahl der Produkte und die Gespräche mit dem Kunden zu dokumentieren und zu begründen. Auch Interessenskonflikte müssen offengelegt werden, erklärt der DGfRP.

Um die neuen Pflichten und Reportings umsetzen zu können, sei es wichtig, Einzelheiten zu Vertragsbedingungen wie Prämien, Leistungen und finanzielle Risiken für den Versicherungsnehmer zu kennen und dem Kunden erläutern zu können. Ebenfalls müssten dem Beratenden Gesetze wie Konsumenten- und Datenschutz, Steuergesetzgebung, Versicherungsvertrags- und -aufsichtsgesetz bekannt sein. Für all das ist eine ständige Weiterbildung nötig, die “nicht nur die Bringschuld der Versicherer sein darf”, sagt Peter Härtling. “Die Holschuld muss auch beim Vermittler liegen.”

Düstere Zukunft

Für den einzelnen Vermittler werde es “immer schwieriger”, sich am Markt zu behaupten. “Nur wenn alle relevanten Informationen zur Verfügung gestellt werden, die Dokumentation reibungslos und gesetzeskonform verläuft und der Wissensstand hoch bleibt, kann der Vermittler sein Geschäft weiter erfolgreich betreiben”, sagt Härtling.

Das bringe “sehr hohen Aufwand mit sich” und könnte Jobs kosten. “Die Regulierung wird dazu führen, dass Berater aus dem Markt gedrängt werden. Manche werden vielleicht durch Robo Advisor ersetzt, andere verschwinden ganz und hinterlassen auch bei den Kunden eine Beratungslücke.”

Optimal für Berater sei es daher, sich die Vorteile der Digitalisierung zunutze zu machen. “Wer das persönliche Gespräch mit einer digitalen Abwicklung und Dokumentation verbindet, kann sein Geschäft in Zukunft sogar noch ausbauen”, sagt Härtling. “Qualitätsorientierte Makler, die ihren Kunden aufzeigen, welchen Mehrwert ihre Arbeit hat, werden durch diese Richtlinie eher mehr Umsatz generieren”, glaubt Härtling sicher. (vwh/mv)

Bild: Beratung (Quelle: Rainer Sturm / PIXELIO / www.pixelio.de)

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