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Größte Risiken 2018: Cyberangriffe und Protektionismus

19.12.2017 – Risiko_lichtkunst.73_pixelioTrotz guter Konjunktur sehen die deutschen Unternehmen derzeit mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2018. Ungeachtet positiver Rahmenbedingungen müssen sich die Konzerne laut einer aktuellen Studie der Risikoberatung Control Risks auch 2018 auf Handelsrisiken wie einen zunehmenden Protektionismus und großangelegte Cyber-Angriffe einstellen.

Das größte Risiko sehen die Analysten demnach in den Gefahren aus dem World Wide Web. Demnach werden Cyber-Attacken im kommenden zunehmend darauf ausgelegt sein, nationale Infrastruktursysteme lahmzulegen – mit entsprechend verheerenden Folgen für die internationalen Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen, heißt es bei Control Risks.

Ein weiteres Problem sehen die Analysten in den protektionistischen Maßnahmen im In- und Ausland. Demnach sorgen sich die Unternehmer im Inland vor allem über die zunehmende Übernahme inländischer Firmen und des entsprechenden Knowhows durch ausländische Investoren. Dies könnte 2018 den Trend zum protektionistischen Denken verstärken, konstatiert Control Risks. Hinzu kommt zudem die Sorge um protektionistische Maßnahmen im Ausland.

Sorgen machen den Unternehmen laut Studie auch die zunehmende Konsenspolitik in den politischen Entscheidungsprozessen. So werden diese durch den Aufstieg kleinerer Parteien im Jahr 2018 immer schwieriger, während schwache Volksparteien zunehmend auf die Interessen kleinerer Parteien Rücksicht nehmen müssen – mit potenziell negativen Folgen für Unternehmen.

Auch die terroristische Bedrohung bereitet den Unternehmen im kommenden Jahr weiterhin Sorgen. Während die Gesamtzahl der terroristischen Vorfälle weltweit sowie die Anzahl der geschätzten Opfer 2017 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist, hält die Bedrohung in Deutschland an. Neben islamistischen Extremisten, insbesondere dem sogenannten islamischen Staat (IS), geht laut Control Risks auch von Rechts- und Linksextremisten eine Gefahr aus.

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“Die Weichen für 2018 stehen auf Wachstum für die deutsche Wirtschaft. Gleichzeitig ist es für Unternehmen relevanter denn je, den geopolitischen Kontext zu verstehen, um international klar zwischen Risiko und Rhetorik differenzieren zu können. Nur so können sie in Zeiten zunehmend komplexer Regulatorik ihre Ressourcen optimal einsetzen”, kommentiert Harald Nikutta, Geschäftsführer und Senior Partner für Zentral- und Osteuropa bei Control Risks.

Deutsche bleiben weiter reiselustig

Die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Politik machen sich übrigens auch für die Reiseversicherer bemerkbar: Laut einer aktuellen GfK-Umfrage schrecken Gewalt, Unruhen und Kriminalität immer mehr deutsche Touristen von Reisen ins Ausland ab.

So gibt es für eine Mehrheit der Deutschen derzeit nur noch fünf sichere Urlaubsregionen. Neben dem eigenen Land, das 77 Prozent der Befragten für sicher halten, sind die Österreich (71 Prozent) und die Schweiz (69 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen laut Umfrage die skandinavischen Länder (53 Prozent) und Italien (52 Prozent). Lediglich 49 Prozent der Befragten setzen angesichts des Katalonien-Konfliktes auf Spanien.

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Im Mittelfeld landen laut GfK-Umfrage Kanada (47 Prozent), Australien (44 Prozent), die Beneluxländer (41 Prozent), Griechenland (34 Prozent), Kroatien (33 Prozent) und Großbritannien (32 Prozent). In Ungarn (26 Prozent), Polen (24 Prozent) und den USA (23 Prozent) fühlt sich nur noch jeder Vierte wohl und sicher, in Bulgarien (18 Prozent) und Thailand (17 Prozent) nicht mal jeder fünfte Bundesbürger.

Im unteren Drittel landen laut Umfrage Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate (jeweils 14 Prozent), China (13 Prozent), Russland (elf Prozent, Mexiko (zehn Prozent), die Türkei (fünf Prozent und auf dem letzten Platz die Ukraine (drei Prozent). “Statt Sonne, Strand und Meer ist Sicherheit zu dem entscheidenden Faktor auf Reisen geworden”, kommentiert der wissenschaftliche Leiter der Studie, Ulrich Reinhardt. (vwh/td)

Bildquelle: lichtkunst.73 / PIXELIO (www.pixelio.de)

Grafikquellen: Control Risks / Statista

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