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GDV sieht hohe Brandgefahr auf Autofähren

16.02.2017 – autofaeher_daenemark_pixelio.deAutofähren sind nach Einschätzung der Versicherer ein besonderer Gefahrenherd. Laut einer Statistik der Nordic Association of Marine Insurers (Cefor) bricht jedes Jahr auf rund 1,5 Prozent aller Fähren ein Feuer aus. Dies entspreche jedem 65. Schiff, konstatiert der Branchenverband GDV. Bei reinen Passagierschiffen liege die Quote hingegen bei knapp einem Prozent.

Bei Schüttgutfrachtern, Containerschiffen oder Tankern liegt die Quote nach Angaben des GDV gar nur bei 0,3 bis 0,5 Prozent. Zudem komme eine Analyse der International Maritime Organisation (IMO) der Vereinten Nationen zu dem Ergebnis, dass die Fahrzeuge die eigentliche Gefahrenquelle auf den Autofähren sei. Demnach gingen in fast 80 Prozent der zwischen 1994 und 2011 untersuchten Brände von einem Fahrzeug an Deck aus. In 25 Prozent der Vorfälle lag die Ursache bei in Brand geratenen Aggregaten von Kühltrailern.

“Ist an Deck erst mal Feuer ausgebrochen, wirken die Planen, die Ladung und die Treibstofftanks der dicht an dicht stehenden Lkws wie Brandbeschleuniger. Die Mannschaft kann den Brand also entweder sehr schnell kontrollieren oder gar nicht”, konstatiert Uwe-Peter Schieder vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

So fordert der Branchenverband die Reeder dazu auf, gefährliche Ladung und Trailer mit laufenden Kühlaggregaten zu separieren und durchgängig zu überwachen. Zudem müsse die Besatzung regelmäßig geschult und die Feuerlöschsysteme müssten verbessert werden, so der GDV. Zudem erschwere die Bauweise vieler Autofähren auch den Einsatz großer Mengen Löschwassers. “Das Löschwasser muss auch schnell wieder vom Deck abfließen können, sonst können große Wassermengen auf einem Fahrzeugdeck zu gefährlichen Schlagseiten führen”, warnt Schieder.

volker_dierks_agcs“Die Brandgefahr auf Autofähren und anderen RoRo-Schiffen bleibt hoch. Oft bricht auf einem einzelnen LKW oder PKW beispielsweise durch elektrischen Kurzschluss ein Feuer aus, das sich in der Folge auf dem Schiff ausbreitet. Nur durch strikte Einhaltung von Sicherheits-, Beladungs- und Stauvorschriften und einer schnellen und professionellen Brandbekämpfung durch die Schiffsbesatzung können im Notfall ein größerer Schaden verhindert und Menschenleben gerettet werden”, ergänzt Volker Dierks, Leiter Schiffskaskoversicherung bei Allianz Global Corporate & Specialty in Hamburg, auf Anfrage von VWheute.

Gleichzeitig zählten auch Kreuzfahrtschiffe “für Versicherer zu den Risiken, die höchsten Sicherheitsstandards genügen, mit sehr zuverlässiger Technik ausgerüstet sind und von gut ausgebildeten Schiffsbesatzungen geführt werden. Der Trend zu immer größeren Kreuzfahrtschiffen wirft aber natürlich die Frage auf, wie im Notfall die Bergung solcher Schiffe und die Evakuierung von einer großen Zahl an Passagieren und Crewmitgliedern auf offener See funktionieren kann”, betont Dierks. (vwh/td)

Link: Das Positionspapier der International Union of Marine Insurance (IUMI) (PDF)

Bilder: Autofähre in Dänemark (Quelle: salmontwins / pixelio.de) / Volker Dierks (Quelle: AGCS)

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