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GDV: Dreistelliger Millionenschaden durch Blitzeinschläge

26.06.2018 – Unwetter, Gewitter, Blitz by_Raphael Reischuk_pixelio.deSommerzeit ist Gewitterzeit und das geht bekanntlich nicht ohne den ein oder anderen Blitzeinschlag. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) nun mitteilt, ist die Zahl der Einschläge im vergangenen Jahr um etwa 20.000 auf rund 300.000 zurückgegangen. Die schlechte Nachricht dabei: Mit etwa 250 Mio. Euro bleibt das Schadenvolumen auf konstant hohem Niveau.

Demnach kostete ein Blitzschaden die deutschen Versicherer im Jahr 2017 im Durchschnitt rund 840 Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch rund 770 Euro. Eine Trendwende scheint dabei jedoch nicht in Sicht. Verursachte ein Blitzeinschlag im Jahr 2013 noch einen durchschnittlichen Sachschaden von 580 Euro, sind es nun rund 45 Prozent mehr.

blitz-bilanz-2017_gdv

Einen wesentlichen Grund sehen die Versicherer laut GDV vor allem darin, dass immer mehr Häuser mit hochwertiger Gebäudetechnik wie Heizungs- oder Jalousien-Steuerungen ausgestattet sind, die durch Blitzeinschläge zerstört werden können.

Nach Angaben des Branchenverbandes sind derzeit 85 Prozent der rund 17 Millionen Wohngebäude in Deutschland sind gegen Blitz und Überspannung versichert. Von den 26 Millionen Hausratversicherungsverträgen beinhalten rund 83 Prozent diesen Schutz. Überspannungsschäden seien zudem in neuen Policen in der Regel eingeschlossen.

Dabei sind extreme Wetterlagen auch in Deutschland immer mehr an der Tagesordnung, wobei sich die entsprechenden Schäden seit den 1980er-Jahren mittlerweile vervierfacht haben. Lag der Mittelwert für schwere Gewitter in den Achtzigern noch bei rund 582 Mio. Euro, lag dieser zwischen 2010 und 2016 bereits bei rund zwei Mrd. Euro. Allein sieben der zehn schlimmsten Gewitter fanden in den letzten fünf Jahren statt.

Gleichzeitig leiden gerade die Landwirte in diesem Jahr unter den Wetterextremen. “Die La­ge in die­sem Jahr ist wei­ter­hin an­ge­spannt und al­les an­de­re als er­freu­lich. Vie­le Acker­bau­be­trie­be ma­chen sich gro­ße Sor­gen. Wo kein Re­gen fiel, wird es er­heb­li­che Ein­brü­che bei den Un­ter­neh­mens­er­geb­nis­sen ge­ben”, betont Bau­ern­prä­si­dent Joa­chim Ruk­wied im Vor­feld des Deut­schen Bau­ern­tags gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Nachdem es vor allem in Ost- und Norddeutschland sowie in Nordbayern im Mai bei hohen Temperaturen zu wenig Regen gegeben hat, habe es vor allem im Westen und Südwesten sowie am Alpenrand mit zu viel Regen, Unwettern, Hagel und Überschwemmungen das andere Extrembild gegeben.

Auf einen entsprechenden Versicherungsschutz dürften hingegen die wenigsten Landwirte zurückgreifen können. “Es bestehen bei den Versicherungsgesellschaften Angebote von Trockenheitsversicherungen, die in der Regel als Indexversicherung aufgebaut sind. Hierüber ist jedoch nur ein sehr geringer Teil der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland versichert. Insofern hat dies keine Auswirkung auf die Landwirtschaftsversicherer und die Prämien”, konstatiert ein Sprecher der Vereinigten Hagel auf Anfrage von VWheute.

Dabei machen dem Landwirtschaftsversicherer die Wetterbedingungen in diesem Jahr ebenfalls zu schaffen. “Neben der Trockenheit vor allem im Nordosten haben aber auch Unwetter mit Hagel und Starkregen gerade in der Mitte und im Süden Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet. Allein der Vereinigten Hagel wurden bislang über 170.000 Hektar als geschädigt gemeldet. Auch dieses Jahr erweist sich wieder einmal als Jahr der Wetterkapriolen. Während Regionen unter
der Dürre leiden, wird in anderen Gebieten die Ernte durch zu viel Regen vernichtet”, heißt es in einer Stellungnahme.

Rekordmonat Mai

Anfang Juni bestätigte der Deutsche Wetterdienst, dass der vergangene Monat in Deutschland der wärmste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 handelt. Nach dem diesjährigen April war der Mai 2018 somit der zweite Monat in Folge mit einem neuen Rekordwert.


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Die höchsten Temperaturen konnten demnach die Berliner mit 17,9 Grad und 345 Sonnenstunden verbuchen. Den größten Abstand zur Durchschnittstemperatur der internationalen Referenzperiode gab es mit einem Plus von 4,8 Grad in Hamburg. Auch in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Teilen von Mecklenburg-Vorpommern verzeichneten die Meteorologen im letzten Mai neue Temperaturrekorde. (vwh/td)

Bildquelle: Raphael Reischuk / PIXELIO (www.pixelio.de)

Grafikquellen: GDV / Statista

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