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“Gaming Disorder”: PKV sieht keine Auswirkungen

20.06.2018 – gamekonosole_pixelioSpielen und Daddeln am Computer oder am Smartphone gehören mittlerweile zum Alltag. Doch ab wann kann exzessives Gaming zur Sucht werden? Experten zufolge trifft sich bislang nur in geringen Fällen zu. Dennoch hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das “Gaming Disorder” nun offiziell in den Katalog der Krankheiten aufgenommen. Der PKV-Verband siehthingegen keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz.

Die Symtome für Online-Spielsucht sind nach Angaben der WHO jedenfalls eindeutig: Als süchtig gilt demnach der Gamer, welcher über einen Zeitraum von zwölf Monaten alle anderen Aspekte des Lebens dem Spielen unterordnet und trotz negativer Konsequenzen weitermacht. Während Ärzte Alarm schlagen, weil diese immer öfter spielsüchtige Patienten sehen, befürchten Kritiker, dass Menschen, die viel online spielen, fälschlich als therapiebedürftig eingestuft werden könnten.

“Von Handy-Sucht bis Social-Media-Depression wäre vieles als eigenständige ‘Medien’-Krankheit denkbar. In der Folge wären zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene qua Definition von heute auf morgen therapiebedürftig”, bemängelt der Kommunikationswissenschaftler Thorsten Quandt. Zudem bestehe auch “das Risiko, dass solche Diagnosen missbraucht werden”, warnt der Psychologe Andy Przybylski von der Universität Oxford.

Laut einer Erhebung des Verbandes Game spielen derzeit etwa 34,1 Millionen Menschen in Deutschland entsprechende Computer- und Videospiele. dies entspricht einem Anteil von 46 Prozent der Bevölkerung. 14,3 Millionen seien unter 30 Jahre alt. Allerdings beziffert Verbands-Geschäftsführer Felix Falk den Anteil der Menschen, welche exzessiv gamen, unter einen Prozent.

Für den PKV-Verband hat die “Anerkennung von Computerspielsucht als eigenständige Diagnose durch die Weltgesundheitsorganisation WHO keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz in der Privaten Krankenversicherung”. “Gemäß § 5 Abs. 1b der Musterbedingungen der Krankheitskostenversicherung (MB/KK 2009) besteht für Entziehungsmaßnahmen einschließlich Entziehungskuren keine Leistungspflicht. Das umfasst auch die Suchtentwöhnung für Computerspielsucht. Allerdings können die PKV-Unternehmen von den Musterbedingungen abweichen und den Versicherungsschutz um die Suchtentwöhnung tarifindividuell ausweiten. Diese Entscheidung liegt dann beim jeweiligen Versicherer”, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber VWheute.

Zudem würden dem PKV-Verband “keine Informationen über die Zahl der suchterkrankten Versicherten sowie daraus folgende Behandlungsfälle bzw. -kosten” vorliegen. “Eine Aussage über den möglichen Umfang von Versicherungsleistungen ist daher nicht möglich”, teilte ein Sprecher mit. (vwh/td)

Bildquelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)

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