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Ergo-Chef Rieß will Kampf gegen Insurtechs gewinnen

31.03.2017 – markus_riess_brsDie deutschen Versicherer werden sich nach Einschätzung Ergo-Chef Markus Rieß und Zurich-Chef Marcus Nagel den Herausforderungen der Digitalisierung durch ihre Innovationskraft erfolgreich stellen. Allerdings werden die schweren, weniger beweglichen Dampfschiffe, auch auf absehbare Zeit das Geschäft bestimmen. Es gelte abseits der Dampfschiffe mittels innovativer Neugründungen die Herausforderungen der neuen digitalen Welt anzunehmen.

Ergo-Vorstandschef Markus Rieß sagte gestern auf dem vom Institut für Versicherungswirtschaft (IfVW) organisierten Vorlesungstag in Leipzig, zwar würden auch die etablierten Märkte der Versicherer von den Fintechs und den Insurtechs auf den Kopf gestellt, aber man könne als Versicherungswirtschaft reagieren: “Ein Kampf, den wir gewinnen können” und “den wir als Ergo gewinnen werden”. Handlungsbedarf sieht Rieß in der Feldern Überarbeitung der Geschäftsmodelle, Eingehen auf die veränderten Erwartungen der Kunden und – im Bereich der Mitarbeiter – Hinwirken auf eine neue Unternehmenskultur.

Der Vorstandsvorsitzende der Zurich Gruppe Deutschland, Marcus Nagel, sagte, neben der Digitalisierung bewirke zudem die Demografie eine Änderung im Verhalten der Kundenstruktur, für die es passgenauer Angebote zu machen gelte. Nagel erhofft sich etwa aus dem geplanten Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) neues Geschäft in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Dabei ergebe sich auch die Chance, das Invaliditätsrisiko abzusichern. Für die Unternehmen gelte generell, die traditionellen Führungsstrukturen zu überwinden. “Aus reinem Selbsterhalt ist es nötig, sich weiter zu entwickeln”, sagte Nagel, dabei sei die Mitnahme der Mitarbeiter nicht so einfach.

Trial und Error mit Hilfe innovativer Tochterunternehmen

“Wir leben in einem Zeitalter explodierender Innovationen”, sagte Rieß. Bei Ergo baue man jetzt eine Parallelwelt auf, in dem man neuen eigenständigen Tochtergesellschaften einen “geschützten Raum für Innovationen” einräume. Im Ergebnis würden sich viele Projekte zwar zerschlagen, aber übrig blieben eben neue erfolgversprechende Produktgestaltungen, die dann das Dampfschiff übernehmen könnte.

Rieß verwies in diesem Zusammenhang auf Aktivitäten der Ergo in Österreich, die neue zeitlich befristete Versicherungen entwickelt hätte; so die Haustiermitfahrversicherung oder die Bergungskostenversicherung. In Deutschland wolle man nach einem Vorlauftest im vierten Quartal dieses Jahres mit dem Startup Nexible voll digitalisiert ins Kfz-Geschäft einsteigen, das ohne jedes Call-Center auskommen werde. Wer dann einen Schaden melden wolle, sollte per Handy ein Foto des eingetretenen Schadens melden. Im Idealfall würden 25 Mitarbeiter ausreichen, um über 100.000 Policen zu managen. (brs)

Bild: Ergo-Chef Markus Rieß (Quelle: brs)

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