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Drohnen übernehmen die Personenbeförderung

17.02.2017 – DPA87072588_Ehang 184 DrohneIn Dubai werden ab Juli 2017 Drohnen die Personenbeförderung übernehmen. Die Regierung des Emirats hat nach erfolgreichen Tests die Erlaubnis für die kommerzielle Nutzung erteilt. Der Ehang 184 des gleichnamigen Herstellers soll dank Sensoren und GPS absolut sicher sein.

Ist ein solcher Luft-Taxidienst auch in Deutschland vorstellbar und wie würde eine Versicherung aussehen? Nach Auffassung der Zurich handelt es sich bei dem Fluggerät nicht um eine Drohne, denn diese würde grade die Unbemanntheit charakterisieren. Vielmehr handele es sich wahrscheinlich um ein Ultraleichtflugzeug. Das autonome Fliegen mittels GPS und Sensoren sei hierzulande nicht zulässig und daher wäre auch die Erteilung einer Musterzulassung zum Verkehr im deutschen Luftraum zweifelhaft. VWheute hat Sebastian Schneider, Underwriter Luftfahrtversicherung der Zurich Gruppe Deutschland, zu einem exklusiven Interview gebeten.

VWheute: Wie kann eine solche Drohne/Ultraleichtflugzeug versichert werden – wie ein Taxi oder ein Flugzeug oder ganz anders?

Sebastian Schneider: Gemäß Luftverkehrsgesetz handelt es sich um ein versicherungspflichtiges Luftfahrzeug. Der Abschluss einer Versicherung zur Deckung der Haftung des Halters ist erforderlich.

VWheute: Die Drohnen werden per GPS und Sensoren gesteuert, wer haftet bei Unfällen?

Sebastian Schneider: Der Halter haftet sowohl für Schäden an Personen und Sachen, die nicht im Luftfahrzeug befördert werden, als auch für Schäden an Personen und Gepäck im Luftfahrzeug und gegebenenfalls sogar für die verspätete Beförderung.

VWheute: Viele Unfallversicherungen schließen die Leistungspflicht bei Unfällen mit Luftfahrzeugen und Luftsportgeräten aus. Würde das auch für die Transport-Drohne gelten?

Sebastian Schneider: In der allgemeinen Unfallversicherung ist der Führer eines Luftfahrzeuges in der Regel nicht versichert. Gleiches gilt auch für Besatzungsmitglieder oder Personen bei der beruflichen Tätigkeit, die mit Hilfe eines Luftfahrzeuges ausgeübt wird. Dieser Ausschluss umfasst nicht die Passagiere eines Luftfahrzeuges.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

Bild: Ehang 184 (Quelle: dpa)

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