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Dreiste Klinik-Diebstähle nehmen zu

22.08.2017 – endoskop_pixelioDie Serie von Diebstählen teurer Medizintechnik aus Krankenhäusern reißt nicht ab. Laut Krankenhaus-Versicherungsmakler Ecclesia ist Rheinland-Pfalz derzeit bundesweit ein Schwerpunkt. “Vorher war es Nordrhein-Westfalen wegen seiner hohen Krankenhausdichte”, sagt der stellvertretende Leiter der Ecclesia-Schadensabteilung, Ralf Britz. Erst kürzlich wurden 24 Endoskopie-Geräte aus der Mainzer Uniklinik gestohlen.

Bei den meisten der seit Februar 2014 bundesweit 75 registrierten Diebstähle haben es die Täter auf die Köpfe der Endoskopie-Geräte abgesehen, die einen Wert von jeweils 10.000 bis 160. 000 Euro haben. Diese Bestandteile mit Spezialkameras lassen sich leicht in einen Rucksack oder eine Tasche stecken – und später ebenso auf Produkte anderer Hersteller montieren.

Den bisherigen Schaden seit Februar 2014 in Deutschland schätzt Britz auf mehr als 20 Mio. Euro. Hinzu kommt der wirtschaftliche Schaden durch den Ausfall von Untersuchungen. Nach Auffassung von Ecclesia handelt es sich um organisierte Kriminalität in mehreren europäischen Ländern, darunter Griechenland, mit professionellen Auftraggebern vor allem aus Lateinamerika. Die Bandenmitglieder kommen getarnt als Touristen in die europäischen Länder.

Tatsächlich sind vor einiger Zeit mit der Verurteilung dreier Täter zu Haftstrafen in Frankfurt am Main solche Hintergründe ausgeleuchtet worden. Das Trio aus Kolumbien hatte in zwei Krankenhäusern der Mainmetropole Endoskope im Wert von 90.000 Euro gestohlen, die laut Ermittlungen von Betreibern so genannter Hinterhofkliniken in dem südamerikanischen Land bestellt worden waren.

Der Ecclesia-Experte weiß aber auch, dass die meisten Krankenhäuser in Deutschland ihre medizinischen Geräte bestmöglich sichern, um solche kriminellen Machenschaften von vornherein zu verhindern. “Wir legen sehr viel Wert auf Prävention und klären unsere Kunden umfassend auf”. So hat der Versicherungsmakler bundesweit schon mehr als 60 Kliniken vor Ort beraten. Trotz der Häufung von Fällen habe bisher noch kein Versicherer Beitragserhöhungen angekündigt. (vwh/wo)

Bild: Endoskop (Quelle: Michael Bührke / PIXELIO (www.pixelio.de)

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