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Digitale Transformation braucht klassische Tugenden

18.01.2018 – Digitale_Transformation_ pepsprog_pixelio.deDie Versicherungsunternehmen stecken derzeit mitten im digitalen Transformationsprozess. Die größte Herausforderung für die Konzerne ist allerdings vielmehr die Frage, wie die verschiedenen Aktivitäten miteinander koordiniert werden soll. “”Die gute Botschaft ist, es braucht ‘nur’ klassische Management-Tugenden, um die wichtigsten drei Stellhebel für die ‘Roadmap 2025′ so einzustellen”, glaubt Stefan Giesecke, Executive Advisor bei BearingPoint.

Dazu zählen nach Ansicht des Experten: “Perspektive schaffen, Veränderungskultur etablieren und Handlungsfähigkeit herstellen.” Die weniger gute Botschaft sei, “dass es viel unternehmerische Konsequenz auf allen Managementebenen und in allen Unternehmensbereichen dafür braucht und es eben nicht mit der Einführung von Portalen, Blockchain, RPA/KI, Scrum-Verfahren und ähnlichen getan ist”, ergänzt Giesecke bei der Präsentation der neuen BearingPoint-Studie Roadmap 2025.

Dabei scheinen die Zielmarken für das Jahr 2025 in der Branche unternehmensübergreifend weitgehend klar zu sein. Dazu zählen unter anderem:

  • LV/KV älter als 20 Jahr im internen “Run-off”
  • Kein Komposit-Bestand älter als Tarif 2010
  • Neuprodukte vollmodular aus Produktbaukasten
  • Wettbewerber durch Kooperation integriert
  • Operations und IT zu 80 Prozent prozessorientiert
  • Spartenübergreifendes Produktressort sowie webbasiertes Verwaltungssystem
  • Wachstum über neue Geschäftsmodelle, in die auch Nicht-Versicherungsprodukte integriert sind
  • Kundenbetreuung zu 66 Prozent digital und automatisiert in einem personengebundenen Vertrieb

Allerdings konstatieren die Studienautoren kein einheitliches Kochrezept, mit dem die Versicherer ihren digitalen Transformationsprozess durchführen wollen. Während Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte die Digitalisierung zum obersten Konzernziel erkoren hat, setzt die Ergo vor allem auf ihre neue Digitalmarke Nexible, die zunächst mit neuen Produkten in der Kfz-Versicherung in den Markt eingestiegen ist. Und während die Generali Deutschland einen umfassenden Konzernumbau angekündigt hat, gehen kleine und mittlere Versicherer hingegen eher behutsam vor.

“Ein Jahr nach unserer letzten Studie wissen wir aus zahlreichen Gesprächen mit unseren Kunden, dass einige Versicherer mit der Transformation schon gut vorangekommen sind. Jedoch ist der Umsetzungsstand in den definierten Handlungsfeldern sehr unterschiedlich. Entscheidend im Transformationsprozess ist, die Vielfalt der Maßnahmen zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Was man auf jeden Fall im Transformationsprozess vermeiden sollte, ist, einen kurzfristigen Break-Even zu erwarten, nur aus IT-Sicht zu digitalisieren und das Geschäftsmodell nicht zu hinterfragen”, betont Rolf Meyer, Partner bei BearingPoint. (vwh/td)

Bildquelle: pepsprog / PIXELIO (www.pixelio.de)

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