Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Deutsche Unternehmen sind bei Cyber weiter Schlusslicht

07.02.2017 – robert_dietrich_hiscoxDie deutschen Unternehmen sind in Fragen des Cyberschutzes weiterhin internationales Schlusslicht. Im Ländervergleich mit den USA und Großbritannien weist Deutschland 62 Prozent (den höchsten Anteil an Unternehmen auf, die als sogenannte “Cyber-Anfänger” gelten. Dies geht aus dem neuen “Cyber Readiness Report 2017″ des Spezialversicherers Hiscox hervor, der heute vorgestellt wird.

Zum Vergleich: in den USA sind es gerade einmal 40 Prozent, im Vereinigten Königreich sind es 47 Prozent. Gleichzeitig liegt der Anteil der “Cyber-Experten” in Deutschland laut Hiscox-Report bei lediglich 20 Prozent. Dahingegen sehen 44 Prozent der befragten US-Unternehmen gut gegen Cyber-Attacken gerüstet. In Großbritannien sind es 26 Prozent.

Zudem zählen sich laut Umfrage nur 18 Prozent der deutschen Befragten zu den “Cyber-Fortgeschrittenen”, die zumindest teilweise mit den Folgen einer Cyber-Attacke klarkommen können. In den USA zählen sich immerhin 16 Prozent der befragten Unternehmen zu dieser Kategorie. In Großbritannien sind es 17 Prozent.

“Die Anzahl der schlecht gegen Cyber-Attacken gerüsteten Unternehmen in Deutschland ist erschreckend hoch. Bei gut vorbereiteten Unternehmen ist IT-Security ein Top-Management-Thema und es existiert eine klare Strategie. Der Fokus muss dabei auf zeitgemäßen Prozessen und Richtlinien, laufenden Investitionen in die technische IT-Security, Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter und auf spezifischem Cyber-Versicherungsschutz liegen”, erläutert Robert Dietrich, Hauptbevollmächtigter bei Hiscox Deutschland.

Dennoch gehören Cyber-Attacken mittlerweile längst zum unternehmerischen Alltag. So haben laut Report im vergangenen Jahr insgesamt 56 Prozent der befragten deutschen Unternehmen mindestens einen Angriff auf ihre Netzwerke und Daten festgestellt (USA: 63 Prozent und UK: 51 Prozent).

Besonders stark davon betroffen waren in Deutschland vor allem die Fertigungsindustrie und die Medien-, Kommunikations- und Technologiebranche, in denen jeweils 65 Prozent der befragten Unternehmen mindestens eine Cyber-Attacke festgestellt haben. Dicht dahinter folgt bereits die Finanzdienstleistungsbranche mit 64 Prozent.
Gleichzeitig gelten externe Cyber-Attacken mit 38 Prozent als häufigste Ursache der folgenschwersten Cyber-Angriffe auf deutsche Unternehmen ein. Zum Vergleich: in Großbritannien sind es 34 Prozent, in den USA gar nur 25 Prozent.

Auf Platz zwei und drei folgen aber schon die Cyber-Zwischenfälle durch Mitarbeiter: Bei jedem fünften deutschen Unternehmen (20 Prozent) konnten die Verantwortlichen innerhalb der Organisation ausgemacht werden (USA: 22 Prozent; UK 16 Prozent). 14 Prozent der Befragten berichteten zudem von verlorengegangenen bzw. gestohlenen mobilen Geräten, wie Firmenhandys oder -tablets (USA: 17 Prozent; UK: 18 Prozent).

Dennoch scheint der Abschluss einer Cyber-Police in Deutschland weiterhin kaum nachgefragt. So liegt der Anteil der versicherten Unternehmen mit 30 Prozent laut Hiscox-Report weiterhin deutlich hinter den USA mit 55 Prozent und Großbritannien mit 36 Prozent.

Allerdings plane jedes dritte deutsche Unternehmen (31 Prozent), dies innerhalb der nächsten zwölf Monate nachzuholen. Demgegenüber hat ein Drittel (33 Prozent) weiterhin kein Interesse an einer Cyber-Police hat. 40 Prozent halten eine Cyber-Versicherung für nicht relevant und 32 Prozent vertrauen nicht darauf, dass ein Versicherer im Schadenfall überhaupt zahlen würde.

“Diesem hohen Anteil an Unternehmen, die keine Cyber-Police abschließen möchten, ist der Nutzen einer zusätzlichen Absicherung noch immer nicht klar. Hier fehlt es an Aufklärung, vor allem zu den Risiken und den damit verbundenen Kosten, aber auch zu den Leistungen einer Cyber-Versicherung. Denn nach wie vor gehen Unternehmen davon aus, dass Cyber-Schäden von ihrer Gewerbeversicherung gedeckt sind. Wir als Versicherer sind also gefragt, das öffentliche Bewusstsein für Cyber-Gefahren zu schärfen und transparente Produkte zu schaffen, um das Vertrauen der Wirtschaft zu gewinnen”, ergänzt Dietrich. (vwh/td)

Bild: Robert Dietrich, Hauptbevollmächtigter bei Hiscox Deutschland (Quelle: Hiscox)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten