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Deutsche und Schweizer hadern mit der PKV

10.04.2017 – beschwerde_pixelioDie privaten Krankenversicherer haben angesichts der aktuellen politischen Diskussion um eine Bürgerversicherung derzeit keinen leichten Stand. Zudem scheinen auch die privat Krankenversicherten in Deutschland und der benachbarten Eidgenossenschaft derzeit mehr Anlass für Beschwerden zu haben, wie aus den aktuellen Tätigkeitsberichten der PKV-Ombudsmänner hervorgeht.

So stieg die Zahl der Beschwerden in der Eidgenossenschaft um 16,6 Prozent auf 3.479 (2015: 2.982), teilte der Schweizer Ombudsmann der Privatversicherung und der Suva, Martin Lorenzon, am Freitag mit. Während 3.081 Fälle ohne Intervention beim Versicherer bzw. direkt mit den Versicherten oder Anspruchstellern erledigt werden konnten, musste der Ombudsmann in 398 Fälle beim involvierten Versicherer intervenieren.

Damit lag die Interventionsquote des Schweizer Ombudsmannes nach eigenen Angaben bei 24,3 Prozent. Davon konnten laut Mitteilung 95 Prozent vor Jahresende abgeschlossen werden. Die Erfolgsquote der Interventionen betrug 67,4 Prozent. Der höchste Streitwert bei den Interventionsfällen lag bei 700.000 Schweizer Franken. Der geringste Streitwert betrug laut Ombudsmann 120 Franken.

Rund die Hälfte aller Beschwerden betraf die Personenversicherung. Demnach entfielen 709 Fälle (2015: 559) auf UVG-Versicherungen inkl. 17 (2015: zwölf) Anfragen zur Suva Militärversicherung, gefolgt von 621 Fällen (2015: 533) zu Krankentaggeld-Versicherungen, 298 Anfragen (2015: 279) zu Lebensversicherungen, 96 Fälle (2015: 74) zum BVG-Bereich und 31 Anliegen (2015: 38) von Versicherten im Zusammenhang mit privaten Unfallversicherungen.

Deutlicher Anstieg in Deutschland

Auch der deutsche PKV-Ombudsmann Heinz Lanfermann verzeichnete laut vorläufigem Bericht einen deutlichen Anstieg der Beschwerdezahlen. Demnach gingen in 2016 insgesamt 6.084 Beschwerden (2015: 5.770) ein. Dies entspricht einem Anstieg von 5,4 Prozent. Davon wurden 4.577 Beschwerden zur Bearbeitung angenommen. 2015 waren dies noch 4.015.

81,0 Prozent der Beschwerden bezogen sich dabei auf die Krankenvollversicherung (2015: 79,6 Prozent). 10,8 Prozent der Beschwerden entfielen auf die Zusatzversicherungen (2015: 11,7 Prozent), 5,1 Prozent auf Krankentagegeld (2015: 5,5 Prozent), 2,3 Prozent auf die Pflegepflichtversicherung (2,2 Prozent) und 0,8 Prozent auf die Auslandskrankenversicherung (2015: 1,0 Prozent).

Häufigste Beschwerdegründe waren laut PKV-Ombudsmann die medizinische Notwendigkeit (21,8 Prozent), gefolgt von Gebührenstreitigkeiten (21,3 Prozent), Vetragsauslegungen (14,3 Prozent), sowie Arznei-, Heil- und Hilfsmittel (11,8 Prozent). (vwh/td)

Bildquelle: einzmedia / PIXELIO (www.pixelio.de)

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