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DAX-30-Pensionswerke halten Kurs trotz schwerer See

22.03.2017 – willis_pensionen_mvbNur auf den ersten Blick scheint sich das wirtschaftliche Umfeld für die Pensionswerke der DAX 30-Unternehmen 2016 nachteilig entwickelt zu haben. Der IAS-Rechnungszins sank um 70 Basispunkte auf 1,8 Prozent. Demgegenüber stiegen die Pensionsverpflichtungen von 362 Mrd. Euro 2015 auf 396 Euro. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Pensionsvermögen um 5,7 Prozent auf 249 Mrd. Euro (2015: 236 Mrd. Euro).

Der Ausfinanzierungsgrad blieb mit 63 Prozent gegenüber den Vorjahren nahezu konstant. Dies sind einige Ergebnisse der neuesten Studie “DAX-Pensionswerke 2016″ von Willis Towers Watson, die gestern in Frankfurt vorgestellt wurde. “Die guten Erträge auf die Pensionsvermögen zeigen, dass die DAX-Unternehmen im Anlage- und Risikomanagement gut aufgestellt sind”, so Thomas Jasper, Leiter Retirement bei Willis Tower Watson. Für 2017 wird bereits wieder ein Rechnungszins über zwei Prozent erwartet.

Die Studie gibt einen Einblick in längerfristige Strategien der DAX 30 bei der Anlage ihres Pensionsvermögens. Während die Wertgewichtungsstruktur bei Aktien seit 2009 mit einem Anteil zwischen 21 und 25 Prozent sowie bei Immobilien mit 4 bis 5 Prozent relativ stabil blieb, hat sich der Anleiheanteil von 62 auf 51 Prozent reduziert. Im gleichen Atemzug stieg der Anteil von Sonderanlagen wie Private Equity-, Infrastruktur- und Hedge-Fonds von neun auf 23 Prozent. Im vergangenen Jahr konnten die Unternehmen eine beachtliche Rendite von 9,3 Prozent erzielen, lässt sich der Studie entnehmen. Für 2016 wurde ein Betrag von 6,6 Mrd. Euro erwartet. Am Ende waren es dann 22 Mrd. Euro.

Die Abdeckung kann hierzulande sowohl über das Pensionsvermögen als auch über das allgemeine Betriebsvermögen erfolgen. Es steht den jeweiligen Pensionswerken frei, die prozentuale Aufteilung zwischen beiden Formen in Rahmen der eigenen Finanzierungsstrategie festzulegen. “Der Ausfinanzierungsgrad der Pensionsverpflichtungen ist denn auch kein Qualitätsmerkmal”, betonte Jasper. Ein höherer Prozentsatz könne aber durchaus mehr Flexibilität bei der Finanzstrategie sowie eine höhere Liquidität für geplante größere Umstrukturierungen bewirken.

“Die Arbeitgeber setzen nach wie vor auf die betriebliche Altersvorsorge als Pluspunkt für die Mitarbeitergewinnung und -bindung”, erklärte Heinke Conrads, Leiterin des Bereichs Actuarial Consulting bei Willis Towers Watson. Deutlich wird dies auch am Engagement des Mittelstandes für die bAV, wenngleich nach Angaben des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft (BVMW) die Höhe der bisherigen Pensionsverpflichtungen mit 25 Mrd. Euro wesentlich geringer ausfällt als bei den DAX 30 und andere Vorgehensweisen beinhaltet. Die Abdeckung der Versorgungspflichten erfolgt dort zu 42 Prozent durch Rückstellungen, 58 Prozent vertrauen darauf, die Pflichten aus dem künftigen operativen Ergebnis erwirtschaften zu können.

Große Erwartungen setzt die Bundesregierung auf das zur Zeit im Bundestag verhandelte Betriebsrentenstärkungsgesetz. Es soll besonders in der Gruppe der KMU-Unternehmen neue Impulse für die bAV setzen, zum Beispiel durch Enthaftung des Arbeitgebers oder konkrete Anreize für Geringverdiener. Aus Sicht der Unternehmen ist der Optimismus eher gedämpft: Etwa zwei Drittel sehen laut Studie auf diesem Gebiet im eigenen Haus keinen Veränderungsbedarf, 51 Prozent betrachten die Gesetzesinitiative als nicht relevant für ihr Unternehmen. Nur 23 Prozent wollen die bestehende bAV-Struktur ändern, elf Prozent sind interessiert an der Einführung von “Opting-out”-Systemen.

Auch eine jüngst veröffentlichte Analyse des Beratungsunternehmens Mercer konstatierte einen neuen Rekordwert Pensionsvermögen und -verpflichtungen der 30 Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr. Während die Verpflichtungswerte im vergangenen Jahr auf 397 Mrd. Euro angestiegen sind, beliefen sich die Pensionsvermögen auf von 250 Mrd. Euro. Der Deckungsgrad sank leicht auf 63 Prozent. (MvB)

Bild: Heinke Conrads (links) und Thomas Jasper (rechts) (Quelle: MvB)

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