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“Das Sparbuch nützt im Schadenfall nur einmalig”

28.02.2017 – patrick_doering_wertgarantie“Das Mobiltelefon ist heute oft das teuerste Elektrogerät im Haus und ein wesentlicher Bestandteil im Leben des Kunden!”, glaubt der frühere FDP-Generalekretär und heutige Vorstand der Wertgarantie, Patrick Döring im Exklusiv-Interview mit VWheute. “Für unsere Kunden ist es daher extrem wichtig, dass das Mobiltelefon im Schadenfall schnell repariert oder ersetzt wird.”

VWheute: Ist es ein Vorteil des Geschäfts von Wertgarantie, dass Sie Produkte versichern, die den Kunden sehr am Herzen liegen? Eine Hausratversicherung ist oft sehr viel günstiger.

Patrick Döring: Wir sichern vor allem Risiken ab, die woanders nicht versichert sind. Das betrifft im Bereich der braunen Ware, also der Unterhaltungselektronik, zum Beispiel den Verschleiß oder unsachgemäßen Gebrauch. Darüber hinaus sind auch Elektronik- und IT-Schäden versichert. Die häufigste Schadenursache bei mordernen TVs sind übrigens Softwareupdates. Solche Schäden werden in der Hausrat nicht erstattet.

VWheute: Füllt das Angebot von Wertgarantie – zum Beispiel Schutzbriefe fürs Haus – die Lücke, die in Haushalten früher das Sparbuch übernommen hat? Übernimmt Wertgarantie dieses Schutzbedürfnis?

Patrick Döring: Im Bereich der Hausschutzbriefe haben wir den Markt genau sondiert und zwei Trends festgestellt: Zum einen, dass der Gebäudebestand in Deutschland eher älter ist und die Neueigentümer die Gebäude nach Erwerb oft ohne Kernsanierung weiter nutzen. Ein Neueigentümer weiß also nicht, was eventuell an Schäden auf ihn zukommt. So entsteht ein Sicherheitsbedürfnis.

Zum anderen, dass durch die gestiegene Mobilität in der Gesellschaft die gewachsenen Beziehungen zwischen Handwerker und Immobilienbesitzer seltener geworden sind. Hausbesitzer greifen daher oft auf Dienstleister zurück. Wir von Wertgarantie kombinieren die Bereitstellung eines Servicepartners mit einem Versicherungsschutz, den kein anderer Anbieter anbietet, zum Beispiel Leitungsverstopfung. Dieser Service kommt der Bequemlichkeit vieler Kunden entgegen.

VWheute: Werden Geschäftsfelder, in denen ein Dienstleister Kunden ungeliebte Tätigkeiten abnimmt, immer beliebter?

Patrick Döring: Wir sind aus firmenhistorischer Sicht ein ganzheitlicher Problemlöser. Nicht nur für den Versicherungsschutz, sondern auch für den ganzen Service im Schadenfall. Deswegen arbeiten wir eng mit Servicepartnern zusammen, die sich durch ihre Tätigkeit bei den Kunden empfehlen können. Wir können dem Geschädigten über unsere digitale Schadenabwicklung einen kompetenten Ansprechpartner vermitteln. Das ist Teil unserer Leistung, die der Kunde mit der Prämie einkauft. Ich glaube, dass in der Schadenversicherung diese integrierten Modelle die Zukunft sind.

VWheute: Verbraucherschützer bemängeln die Handyversicherung und bezeichnen sie als nutzlos. Was sagen Sie als Anbieter dazu?

Patrick Döring: Zunächst einmal ist es der Job der Verbraucherschützer, Produkte wie unsere zu kritisieren. Die Kunden haben eine andere Wahrnehmung. Das Mobiltelefon ist heute oft das teuerste Elektrogerät im Haus und ein wesentlicher Bestandteil im Leben des Kunden – nach Studien wird das Gerät 70-mal täglich in die Hand genommen. Für unsere Kunden ist es daher extrem wichtig, dass das Mobiltelefon im Schadenfall schnell repariert oder ersetzt wird, und zwar unabhängig von der momentanen finanziellen Situation. Das viel zitierte Sparbuch nützt im Schadenfall nur einmalig, denn dann ist das Guthaben aufgebraucht und es muss zunächst bespart werden. Unsere Versicherung greift vom ersten Tag an. Die Entscheidung ob die Versicherung sinnvoll ist, trägt allein der mündige Verbraucher.

VWheute: Weg von der Masseversicherung, hin zur Individualversicherung. Ist das der Weg?

Patrick Döring: Ich glaube schon, dass ein Versicherer darauf achten muss, die individuellen Bedürfnisse größerer Kundengruppen mit seinem Angebot abzudecken. Wir sind aber auf der anderen Seite als Versicherer auch darauf angewiesen, Kollektive auszubilden, die für einen Ausgleich sorgen können. In diesem Fall müssen Zielkonflikte beachtet werden. Die freie Kombinierbarkeit von Geräteschutz, die wir anbieten, kommt den Bedürfnissen der Kunden entgegen.

VWheute: Muss Wachstum heute digital erfolgen? Wie wollen Sie Kunden künftig erreichen?

Patrick Döring: Wir verfolgen eine Multi-Channel-Strategie: Alle Online-Angebote stehen dem Kunden im Handel oder im Kundengespräch zur Verfügung. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Online können Produkte besser und schneller getestet werden, deshalb ist die Ersteinführung auf dem Online-Weg und später per Multi-Channel vernünftig.
Oft wird bei der Digitalisierung aber zu viel von Vertrieb und weniger von Betrieb gesprochen. Wir konzentrieren uns auch auf die Digitalisierung des Betriebs: smartere Lösungen, um schnelle Hilfe bei Vertragsangelegenheiten oder der Schadenbearbeitung zu erzielen.

VWheute: Ihr Unternehmen soll wachsen. Sind stärkere Kooperationen mit dem Einzelhandel geplant?

Patrick Döring: Wir wachsen ja seit einem Jahrzehnt nahezu zweistellig, das werden wir im Bilanz-Pressegespräch am Dienstag, den 14. März 2017, auch in Zahlen darlegen. Das liegt auch daran, dass wir immer wieder neue mittelständische Fachhändler, Mobilfunkanbieter und zunehemnd auch Gerätehersteller als Kooperationspartner finden. Da ist auch noch sehr viel Wachstumspotenzial.

Wertgarantie wächst darüber hinaus im Ausland und ist mittlerweile in sechs europäischen Ländern vertreten. Unsere Versicherung für gebrauchte Elektrogeräte verschafft uns eine einzigartige Marktposition. Wir setzen mit unserem Geschäftsmodell auf Nachhaltigkeit: reparieren ist besser als wegwerfen.

VWheute: War es schwierig, in anderen Ländern Fuß zu fassen?

Patrick Döring: Die Mobilfunkversicherung ist in fast alle Länder übertragbar. Schwieriger ist die Etablierung unserer Versicherung von brauner und weißer Ware mit monatlicher Zahlung. Oft ist es einfacher, beim Neukauf eines Geräts direkt eine Garantieverlängerung mit Einmalprämie anzubieten. Die Etablierung unseres Kerngeschäftes mit monatlicher Zahlung benötigt gut ausgebildete Fachkräfte und engagierte Vertriebsmitarbeiter – die Zeit der Ausbildung nehmen wir uns.

VWheute: Herr Döring, schafft es die FDP dieses Jahr in den Bundestag?

Patrick Döring: Ich wünsche es mir und ich werde viel dafür tun. Ich hoffe, dass viele, die sich nach vernünftiger Wirtschaftspolitik sehnen, es genauso machen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

Bild: Patrick Döring (Quelle: Wertgarantie)

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