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Das sind die Herausforderungen in der Lebensversicherung

14.05.2018 – Fred Wagner_VersEs mehren sich die Stimmen, die eine Änderungen des LVRG fordern. Zuletzt hatte sich Frank Grund, Exekutivdirektor der Bafin, für eine Anpassung der Zinszusatzreserve ausgesprochen. Weiter schwebt der Provisionsdeckel über der Branche. Fred Wagner, Institut für Versicherungslehre, Uni Leipzig, spricht in seinem Gastbeitrag über die Herausforderungen der Branche.

Die Lebensversicherung ist in turbulentem Fahrwasser. Neben der immer noch andauernden Niedrigzinsphase kommen weitere Herausforderungen auf die Branche zu:

Die Evaluierung des LVRG steht unmittelbar vor dem Abschluss. Möglicherweise ist schon im Mai mit einem Bericht aus dem Finanzministerium zu rechnen. In diesem Zusammenhang wird über eine Obergrenze für Provisionen diskutiert, sofern die Branche nicht die Vertriebskosten im Sinne des LVRG angepasst habe. Folglich werden sowohl die Wirksamkeit des LVRG als auch die daraus abgeleiteten offenen Handlungsfelder mit Spannung erwartet.

Eng verknüpft mit dem LVRG ist auch die Neukalibrierung der Zinszusatzreserve. Denn eine Anpassung des Referenzzinses soll wohl nicht per Verordnung erfolgen, sondern im Rahmen der Novellierung des LVRG auf den Prüfstand gestellt werden. Die Kalibrierung der Zinszusatzreserve ist auch immer eine Frage der Generationengerechtigkeit zwischen den “Altsparern” und “Jungsparern”. Insofern ist für eine Anpassung des Referenzzinses für die Zinszusatzreserve von Bedeutung, dass die Branche das Geschäftsmodell der Lebensversicherung als sparergenerationenübergreifenden Sparprozess gegenüber der Politik deutlich kommuniziert. Nur so lassen sich Erleichterungen bei der Zinszusatzreserve und eine veränderte Umverteilung innerhalb des Kollektivs sachlich begründen. Aus der Perspektive des Lebensversicherungsunternehmens rücken neben dem Management der Kapitalmarktrisiken auch das Management der Zinszusatzreserve immer mehr in den Fokus, wozu es möglicherweise auch innovativer Rückversicherungslösungen bedarf.

Und weiter zu den Regulierungsthemen: Die IDD soll u.a. Informationsasymmetrien zwischen den Akteuren abbauen, Interessenkonflikte reduzieren, Produkte müssen Bedürfnisse und Merkmale der Zielgruppe berücksichtigen und für Versicherungsanlageprodukte gelten strengere Regeln. Hierbei ist allerdings neben der Kundensicht auch die Vertriebssicht einzunehmen und zu hinterfragen, wie die IDD in der Praxis wirkt und welche Konsequenzen sich für den Versicherungsvertrieb ergeben.

Einige Lebensversicherungsunternehmen haben insbesondere aufgrund der ökonomischen und regulatorischen Rahmenbedingungen ihre Lebensversicherungsbestände in den Run-off geschickt. Andere haben darüber nachgedacht und sich (zunächst) dagegen entschieden. Vermutlich hat niemand damit gerechnet, dass das Thema Run-off medial so in den Fokus rückt. Die Folge: Run-off ist mittlerweile in der Politik angekommen und so wird über Erfolgsfaktoren und Perspektiven für das Geschäftsmodell “Run-off” zu diskutieren sein.

Und dann wäre noch abseits der Regulierung das große Thema der “Digitalisierung”. Wie lässt sich die Digitalisierung in die langfristigen Vertragsbeziehungen integrieren, um damit eine höhere Kundenorientierung und damit verbunden eine höhere Interaktionsfrequenz zwischen Kunden und Unternehmen zu erzielen.

Die Herausforderungen in der Lebensversicherung nehmen nicht ab, und Lösungsansätze sind zu diskutieren. Vor diesem Hintergrund veranstaltet unser Institut für Versicherungswissenschaften e.V. an der Universität Leipzig am 20.06.2018 in Köln die Fachkonferenz “Aktuelle Entwicklungen in der Lebensversicherung”. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie HIER. (vwh)

Bild: Fred Wagner (Quelle: Institut für Versicherungslehre)

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