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Cyberattacken kosten Firmen rund 55 Mrd. Euro

24.07.2017 – Cyber_BlogtrepreneurCyberattacken können die betroffenen Unternehmen bekanntlich teuer zu stehen kommen. Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbandes Bitkom und des Verfassungsschutzes sind in den vergangenen zwei Jahren mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (53 Prozent) Opfer von Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden. Dadurch sei den Firmen ein jährlicher Schaden von 55 Mrd. Euro entstanden.

Nach Angaben der Studienautoren stieg der Anteil der Betroffenen gegenüber 2015 nur leicht von 51 auf 53 Prozent gestiegen. Die Schadenhöhe stieg hingegen deutlich um acht Prozent von 51 auf 55 Mrd. Euro. Demnach wurden in jedem sechsten Unternehmen (17 Prozent) in den vergangenen zwei Jahren sensible digitale Daten gestohlen. Vor allem Kommunikationsdaten wie E-Mails (41 Prozent) oder Finanzdaten (36 Prozent) fielen dabei häufig in die Hände der Angreifer, konstatiert die Studie. In 17 Prozent der Fälle von Datendiebstahl wurden Kundendaten entwendet, in elf Prozent Patente oder Informationen aus Forschung und Entwicklung, in zehn Prozent Mitarbeiterdaten.

Angreifer haben es nicht nur auf Daten abgesehen

Allerdings haben es die Angreifer laut Bitkom-Studie nicht immer ausschließlich oder direkt auf digitale Daten abgesehen. Häufigstes Delikt sei demnach der Diebstahl von IT- oder Telekommunikationsgeräten wie Notebooks oder Smartphones. Davon waren 30 Prozent der Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren betroffen. Unklar sei hingegen, ob es die Täter dabei auf die Geräte an sich oder auf die darauf gespeicherten Daten abgesehen haben.

Gleichzeitig berichten die befragten Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortlichen von Social Engineering (Analoges Social Engineering 20 Prozent, Digitales Social Engineering 18 Prozent). Dabei werden Mitarbeiter manipuliert, um an sensible Informationen zu kommen, mit denen dann in einem weiteren Schritt zum Beispiel Schadsoftware auf die Firmenrechner gebracht werden kann, so Bitkom und Verassungsschutz. Dabei sei jedes achte Unternehmen (zwölf Prozent) ein Opfer von digitaler Sabotage geworden, durch die zum Beispiel die Produktion gestört wurde. Acht Prozent berichten vom Ausspähen der digitalen Kommunikation wie E-Mails, sieben Prozent vom Abhören von Telefonaten oder Besprechungen.

Betroffene Unternehmen scheuen die Öffentlichkeit

Dabei scheinen viele Unternehmen im Schadenfall die Öffentlichkeit eher zu scheuen. Während 46 Prozent der befragten Unternehmen eine interne Untersuchung bevorzugten, haben lediglich 34 Prozent einen externen Spezialisten hinzugezogen. Lediglich drei Prozent der Betroffenen haben keine Untersuchung veranlasst. Hauptgrund, sich nicht an die Behörden zu wenden, ist nach Ansicht der betroffenen Unternehmen die Furcht vor Imageschäden.

“Unternehmen müssen viel mehr für ihre digitale Sicherheit tun. Die Studie zeigt, dass die Gefahr für Unternehmen aller Branchen und jeder Größe real ist. Jeder kann Opfer von Spionage, Sabotage oder Datendiebstahl werden”, betont Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie.

“Die Studie unterstreicht, dass wir in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 unser besonderes Augenmerk auf die Abwehr von Spionageangriffen auf die deutsche Wirtschaft richten müssen. Im Sinne eines ganzheitlichen und nachhaltigen Wirtschaftsschutzes gehören dazu nicht allein IT-bezogene Maßnahmen, sondern risikominimierende Pläne in den Bereichen Organisation, Personal und Sensibilisierung. Wichtig ist aber auch die intensive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Behörden sowie den Behörden untereinander – wie in der ‘Initiative Wirtschaftsschutz’”, ergänzt Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). (vwh/td)

Link: Globale Cyber-Attacken sind so teuer wie ein Hurrikan (Tagesreport vom 18.07.2017)

Bildquelle: Blogtrepreneur

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