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Bundesregierung geht auf die Versicherer zu

17.02.2017 – andrea_nahles_ak“Welche Vorschläge haben Sie?” Diese partnerschaftliche Frage stellt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) an das hochkarätig besetzte Publikum auf dem MCC-Kongress Zukunftsmarkt Altersvorsorge in Berlin. Unbehagen bereitet der Politikerin nämlich das schlechte Image der privaten Altersvorsorge im Allgemeinen und das der Riester-Rente im ganz Besonderen.

Nach dem Kabinettsbeschluss zur Angleichung der Renten Ost auf Westniveau sind die Medien voll zum Thema Rente und auch auf dem Kongress zeichneten sich die politischen Bruchlinien ab. Grund genug für Andrea Nahles, die grundsätzlichen Überlegungen der Bundesregierung zu erläutern. In Ihrem Vortrag gewährte die Ministerin dabei auch einen Einblick in ihre Motivlage, nicht ohne -Stichwort Sozialpartnerschaft- gleichzeitig mit dem Hammer zu drohen.

Mit Blick auf das Drei-Säulen-Modell aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge sicherte Andrea Nahles diesem Modell zwar einen Bestandsschutz zu, forderte aber auch, und da richtete die SPD-Politikerin das Wort direkt an die Versicherungswirtschaft, die Unsicherheiten am Markt und in der Bevölkerung nicht für Intransparenzen und unwirksame Produkte auszunutzen.

In einer direkten Replik auf die Pläne der Bundesregierung reagierte Peter Schwark, Kongress-Teilnehmer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), im exklusiven Interview mit VWheuteTV. Positiv registriert der Verband zwar, dass die Politik sich der Problematik ohne Scheuklappen annähere, doch es gibt noch erheblichen Handlungsbedarf, so Schwark im Detail.

Sichtbar war aber auch die Bemühung aller Beteiligten das Megathema Rente aus dem sich aufbauenden Wahlkampf herauszuhalten und deshalb richtete sich der Blick in Berlin auch auf die nächste Legislaturperiode. Auch der ehemalige Wirtschaftsweise und heutige Präsidenten des Handelsblatt Research Instituts, Bert Rürup, warf als Moderator der Veranstaltung den Blick schon auf die Zeit nach der Wahl.

Zuvor hatte Rürup allerdings die Hoffnungen auf einen großen Wurf der Politik mit einem Blick in die Vergangenheit verworfen: Seit 1957 habe es zehn sogenannte Jahrhundertreformen gegeben die kaum die Legislaturperioden überlebt hätten, dazu noch 20 Rentenreformen. Dabei stehe die Bewährungsprobe für das ganze System erst noch bevor, so der Ökonom. Immerhin habe aber Andrea Nahles mit ihrem Ausblick auf das Jahr 2045 den Blick über den Tellerrand geworfen, bislang galt das Jahr 2030 als Berechnungsgrundlage.

Den großen Blick auf die gesamtweltwirtschaftliche Lage warf Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Neben den Unwägbarkeiten im angelsächsischen Raum (Brexit/Trump) drohe die Präsidentenwahl in Frankreich als wirtschaftspolitisches Großrisiko für Europa und Deutschland, ist sich Heise sicher. Zwar sei die deutsche Wirtschaft gut aufgestellt, das zeigten auch die vergangenen Krisen, die gut gemeistert wurden. Auch mit einem Austritt Frankreichs aus Euro und EU rechnet man bei der Allianz nicht. Dennoch eine große Unsicherheit bleibt und die ist Gift fürs Geschäft. Dabei ist in die jüngsten Risikoszenarien eine mögliche Zinsanhebung in den USA noch gar nicht eingepreist.

Heute geht der Zukunftsmarkt Altersvorsorge in die zweite Runde, VWheute berichtet am Montag weiter, u.a. über die Preisträger des diesjährigen bAV-Preises, der traditionell im Rahmen des MCC-Kongresses verliehen wird. (vwh/ak)

Bild: Ein bis auf den letzten Platz gefülltes Forum im Zukunftsmarkt Altersvorsorge signalisiert, Altersvorsorge bleibt weiter das Topthema der Versicherungswirtschaft wie der Innenpolitik. (Quelle: Alexander Kaspar)

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