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Brexit und Trump drücken deutsche Zahlungsmoral

12.04.2017 – Geldbeutel_birgitH_pixelioDie politischen Unwägbarkeiten wie der Brexit oder die protektionistischen Strömungen in der US-Politik finden zunehmend auch in den deutschen Chefetagen ihren Widerhall. So erwartet mittlerweile jedes vierte Unternehmen in Deutschland in den kommenden zwölf Monaten eine schlechtere Zahlungsmoral. Dies geht aus dem aktuellen Zahlungsmoralbarometer Westeuropa von Atradius hervor.

Demnach intensivieren bereits 23 Prozent aller befragten Unternehmen ihr Kreditmanagement, um ihre Forderungen besser zu schützen. Der westeuropäische Durchschnitt liegt zum Vergleich bei nur 18 Prozent. 27 der deutschen Firmen rechnen zudem mit einem schlechteren Zahlungsverhalten ihrer in- und ausländischen Kunden. Lediglich neun Prozent rechnen laut Kreditversicherer demgegenüber mit einer verbesserten Zahlungsmoral.

Mit Blick auf den angekündigten Austritt Großbritanniens aus der EU wollen 22 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Forderungen stärker durch Kreditversicherungen abdecken. 30 Prozent wollen zudem die Bonität ihrer Kunden stärker prüfen. Auch die protektionistische Politik der aktuellen US-Administration führt derzeit zu mehr Handlungsbedarf bei den deutschen Firmen. Demnach ziehen 31 Prozent in Betracht, die Bonität ihrer Kunden stärker zu kontrollieren. Weitere 28 Prozent wollen laut Kreditversicherer auch andere Risikofaktoren im weiteren Umfeld der Abnehmer intensiver beobachten.

Zudem kam Atradius im aktuellen Zahlungsbarometer zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Forderungslaufzeit (Zeitraum zwischen Rechnungsstellung und Forderungseingang) in Westeuropa bei inländischen Firmenkunden von 54 Tagen im Jahr 2014 auf 59 Tage im Jahr 2016 gestiegen ist. Als wesentliche Gründe für Zahlungsverzögerungen nannten 44 Prozent der befragten Unternehmen Liquiditätsengpässe seitens der Kunden. 26 Prozent der Firmen gaben an, dass ihre Abnehmer offene Rechnungen als Finanzierungsmittel nutzen. 24 Prozent der Befragten sahen vor allem in komplizierten Überweisungsverfahren einen wesentlichen Grund für verspätete Zahlungen, was insbesondere im Auslandsgeschäft zutraf.

“Eines der auffälligsten Ergebnisse der Studie für Westeuropa ist, dass bei vielen Unternehmen insbesondere Inlandsgeschäfte für einen großen Teil der Forderungsausfälle sorgen. Es ist genauso wichtig, sich gegen Forderungsausfälle durch heimische Abnehmer abzusichern wie durch ausländische. Atradius hilft seinen Kunden dabei, ihr Forderungsmanagement intelligenter und effektiver zu gestalten. Das Ergebnis der zunehmenden Nutzung unserer Produkte und Services ist eine höhere Profitabilität von Geschäften mit Lieferantenkrediten”, kommentiert Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius, den aktuellen Zahlungsbarometer. (vwh/td)

Bildquelle: birgitH / PIXELIO (www.pixelio.de)

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