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Boom bei den Technischen Versicherern

06.09.2017 – imia_tagung_akDie niedrigen Zinsen, der Ausbau der so genannten Erneuerbaren Energien und der allgemeine Bauboom in Deutschland haben für das Segment der Technischen Versicherer eine belebende Wirkung auf die Geschäftszahlen. Um rund zwei Prozent auf nunmehr gut zwei Mrd. Euro stiegen hierzulande die Beiträge, die Zahl der Versicherungsverträge wuchs in dieser Sparte im Vergleich zum Vorjahr von 4,4 auf heute 4,6 Millionen.

Das berichtete Friedrich Scholz, stellvertretender Vorsitzender der Kommission Technische Versicherungen im GDV und Direktor Technische Versicherung beim Axa-Konzern im Rahmen der diesjährigen IMIA-Konferenz in München. Treiber im Markt der Technischen Versicherungen waren und sind bis heute vor allen Dingen drei Faktoren: Die Anlagen werden immer komplexer, sie werden immer größer und die Investitionszyklen werden immer kürzer.

Betrug im Gründungsjahr der International Association of Engineering Insurance (IMIA) das Beitragsvolumen auf dem deutschen Markt, der heute aufgrund des hochtechnisierten Industriestandortes und der hohen Versicherungspenetranz der weltweit mit Abstand größte Markt für dieses Segment ist, rund 300 Mio. US-Dollar. So kletterten die Beitragseinnahmen im Jahr 1979 schon auf 1,375 Mrd. Dollar, über 7,6 Mrd. Dollar im Jahr 2016 auf heute nunmehr 8,251 Mrd. Dollar. Die Tendenz ist weiter leicht steigend, wie der Vorsitzende der IMIA, Oscar Trenceno am Rande der diesjährigen Tagung berichtete.

Rund 100 Anbieter auf dem deutschen Markt

In Deutschland teilen sich rund 100 Anbieter den Markt und leisteten im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 1,4 Mrd. Euro an Schadenaufwand. Allein in den letzten zehn Jahren haben sich hier die Policen verdreifacht, wie Scholz weiter ausführte. Dabei spielen mit einem Geschäftsanteil von 35 Prozent die klassischen “Maschinenbruch”-Versicherung nach wie vor die größte Rolle, gefolgt vom Segment Elektronik mit einem 22-Prozent-Anteil. Auf Platz drei rangiert mit 16 Prozent der Bereich “Sonstige”, womit vor allen Dingen Kabelschäden gemeint sind. Die häufig genannte Betriebsunterbrechung rangiert mit sechs Prozent, wie die Themen Bauleistung und Montage (ebenfalls sechs Prozent Marktanteil) unter ferner liefen.

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Von den roten Zahlen um die Jahrtausendwende mit einer Combined Ratio von knapp 120 Prozent hat sich die Branche in 2016 auf jetzt 86,1 Prozent verbessert. Dennoch berichten Branchenbeobachter von einem “weichen Markt”, dem der Verband mit dem heute vorgestellten IMIA-Index neue Transparenz geben will. Wie dieser Index funktioniert, welche Aussagekraft er haben soll und was die Technischen Versicherer für die Zukunft erwarten, führt Friedrich Scholz im Exklusiv-Interview mit VWheuteTV hier im Video aus.

Am 3. Oktober 1968 wurde die IMIA in München gegründet, zum 50. Jubiläumstreffen reisten heuer rund 150 Teilnehmer aus 40 Ländern in die Bayerische Landeshauptstadt. 2018 trifft man sich in Singapur und trägt damit der wachsenden Bedeutung des asiatischen Marktes Rechnung. (vwh/ak)

Bild: Ehrenamtliche Mitglieder der IMIA bei ihrer Konferenz in München suchen den internationalen Gedankenaustausch. (Quelle: Alexander Kaspar)

Grafikquelle: GDV / IMIA

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