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Blockchains wachsen aus den Kinderschuhen

22.03.2017 – Blockchain by_Rainer Sturm_pixelio.deDie Digitalmesse Cebit geht heute in die zweite Halbzeit. Ob selbstfahrende Autos, schnelles Internet auf dem Mond oder ein Sushi-Roboter – die digitalen Möglichkeiten stoßen in immer neue Sphären, denen sich auch die Versicherer nicht verschließen können. Die Fintech-Spezialisten Roger Peverelli, Walter Capellmann und Reggy de Feniks befassen sich heute vor allem mit den jüngsten Entwicklungen der Blockchain-Technologie.

Auch im zweiten Teil unseres Beitrags zu den aktuellen Trends in der Insuretech-Branche haben wir ausgehend von unseren Erfahrungen als Berater internationaler Finanzdienstleister zwei konkrete Best Practice Beispiele ausgewählt. Das Kriterium war auch hier, dass ein wirklicher Trend aus unserer Sicht mehr als nur innovativ sein muss. In einer mehr und mehr mobilen Welt muss er einen nachhaltigen Mehrwert für Kunden und Anbieter schaffen.

Marktplatz-Modell hält auch im Versicherungsgewerbe Einzug

Marktplätze: Wir sehen bereits, wie dieses Modell im Bankgewerbe Verbreitung gefunden hat. Und die Versicherungsbranche wird bald folgen. Praktisch jeder Versicherer bietet eine umfassende Palette eigener Produkte an. Alles wird intern entwickelt. Immer mehr Versicherer erkennen aber, dass man einfach nicht auf jedem Gebiet der Beste sein kann und die Ressourcen zu knapp sind, um mit jeder neuen Entwicklung Schritt zu halten oder den Bedürfnissen in jedem einzelnen Segment gerecht zu werden. Beim Marktplatz-Modell geben Versicherer ihren Kunden im Prinzip Zugang zu Drittanbietern, die die besten Produkte, die angenehmsten Kundenerfahrung und die niedrigsten Kosten zu bieten haben.

Das Marktplatz-Geschäftsmodell ist für beide Seiten vorteilhaft. Kunden erhalten laufend Zugang zu den besten Produkten und Dienstleistungen am Markt. Gleichzeitig können die Kosten auf ein Minimum begrenzt werden, indem Parteien nahezu in Echtzeit zusammengebracht (oder voneinander getrennt) werden, um neue Kundenwünsche zu berücksichtigen und sonstige Entwicklungen am Markt vorwegzunehmen. 2017 wird es unterschiedliche Partnerschaften zwischen Insurtech-Unternehmen und etablierten Versicherern geben, die dem Marktplatz-Modell entsprechen.

Die Axa hat sich mit dem viel gelobten, 2016 mit dem DIAmond Award ausgezeichneten Unternehmen Trōv zusammengetan, um Angehörige der Generation Y in Großbritannien anzusprechen. Statt einer Einheitsversicherung mit Durchschnittsbeträgen bietet Trōv maßgeschneiderte Wohngebäude- und Hausratversicherungen, mit denen einzelne wichtige Eigentumsgegenstände versichert werden können. Sehen Sie dazu auch einen Vortrag auf der letztjährigen DIA in Barcelona.

Blockchains beenden Experimentierphase

Als Goldman Sachs, Morgan Stanley und Banco Santander beschlossen, die R3 Blockchain Group zu verlassen, sahen viele darin den Beweis, dass die Blockchain-Technologie anscheinend nicht so viel versprechend ist wie zunächst erwartet. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist nicht ungewöhnlich, einem Konsortium beizutreten, um eine steilere Lernkurve zu erreichen, und das Konsortium danach wieder zu verlassen, um die neu erworbenen Kenntnisse für die Realisierung eigener Pläne und die Erlangung von Wettbewerbsvorteilen zu nutzen. Vor allem bei einer so leistungsfähigen Technologie wie Blockchain.

Wir glauben, dass es bei dem von Aegon, der Allianz, Münchener Rück, Swiss Re und Zurich Insurance angestoßenen B3i-Projekt ein ähnliches Szenario nicht geben wird. Gemeinsames Denken und Ökosysteme liegen einfach viel mehr in der Natur der Versicherungswirtschaft. Zudem gibt es viele Fälle, in denen eine solche Zusammenarbeit für beide Seiten positiv ist: durch Verbesserung der operativen Abläufe und der Kosteneffizienz und durch stärkere Einbeziehung der Kunden. Das sind gute Nachrichten für Insurtech-Pioniere auf dem Gebiet der Blockchain-Technologie.

Everledger nimmt das kostspielige Problem von Betrug und Diebstahl in der Diamantenindustrie in Angriff. Das Unternehmen bietet Versicherern ein fälschungssicheres Register an, in dem die Eigentümer von Diamanten und die damit zusammenhängenden Geschäftsvorfälle festgehalten werden, und es verwendet die Blockchain-Technologie, um den Weg von Gegenständen laufend zu verfolgen.

Everledger arbeitet weltweit mit Institutionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Diamantenhandel zusammen. Dazu zählen Versicherer, Strafverfolgungsbehörden und Diamantenzertifizierungsunternehmen. Über die API-Schnittstelle von Everledger kann jede dieser Institutionen auf Daten zum Status eines Edelsteins zugreifen und solche Daten bereitstellen. Dazu gehören auch Polizeimeldungen und Meldungen über Versicherungsleistungen.

Link: Insurtechs müssen innovativ und nachhaltig sein (Tagesreport vom 20.03.2017)

Bildquelle: Rainer Sturm / PIXELIO (www.pixelio.de)

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