Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Berlinale: Filmversicherer wittern großes Geschäft

09.02.2017 – Berlinale - pressebild Andreas Teich_BerlinaleHeute startet in der Hauptstadt die 67. Berlinale mit Filmen aller Genres und aus aller Welt. Rund eine halbe Million Zuschauer werden erwartet, für die Stars werden bis zum 19. Februar 2017 die roten Teppiche ausgerollt. Doch abseits allen Trubels sorgen im Vorfeld von Premieren die Versicherer dafür, dass die oft teuren Produktionen überhaupt zustande kommen.

Die Risiken der Filmproduktion wandeln sich seit Jahrzehnten. So werden heute nur noch weniger als zehn Prozent der Produktionen mit Celluloid gedreht. “Die 35-mm-Rollen haben inzwischen fast nostalgischen Wert”, berichtet Robert von Bennigsen, Makler und einer der Geschäftsführenden Gesellschafter der DFG Deutsche FilmversicherungsGemeinschaft.

“Was bei Cineasten für einen wehmütigen Moment sorgt, ist für Filmversicherer positiv. Nicht nur bei Drehs in abgelegenen Locations, mit Witterungs-, Verpackungs- und Transportproblemen, sondern auch in der Postproduktion hatte dieses Material immer wieder zu Schäden geführt.” Die heute aktuelle Aufnahmetechnik mit digitalen Filmkameras hat die Produktion komplett verändert. Der erfreuliche Nebeneffekt für die Versicherer: Die typischen Versicherungsschäden, wie Schrammen auf dem Filmmaterial, Staub in der Negativ-Rolle oder die Schäden bei der Post sind deutlich zurückgegangen.

Teure Nachdrehs nach Datenverlusten

Dafür ist bei Filmproduktionen das Cyber-Risiko angekommen. Datenverluste, Übertragungsfehler, Ausfälle oder Störungen der Speichermedien sind leider inzwischen genauso Realität wie die Kosten für Datenwiederherstellung, Nachdrehs und Ersatzkosten für Geräte. Diese haben noch keine dramatischen Größenordnungen erreicht, nehmen aber deutlich zu. “Nicht der Sachschaden ist das Problem, sondern die Mehrkosten vor allem für aufwändiger Nachdrehs”, erklärt der Filmversicherungs-Experte.

Noch von einer anderen Seite her sind die Produzenten durch die Digitalisierung bedroht: Im Vertrieb nehmen Datenklau und die virale Verbreitung vor der Veröffentlichung des Films durch Raubkopien weiter zu, zum Schaden der Verleiher und letztlich der Produzenten. Selbst die Lösegelderpressung hat sich als Element des Cyber-Crimes etabliert.

Mitarbeiterschulung als Bestandteil von Cyber-Policen

Von Industriebetrieben werden bereits zunehmend spezielle Cyber-Versicherungen erworben. Diese sind ohne Frage wichtig, sollten aber immer um ein breites Service- und Beratungsangebot ergänzt werden, findet von Bennigsen. Vor allem Mitarbeiter-Schulungen, die darauf abzielen die Aufmerksamkeit zu schulen, Reaktionen einzustudieren, Auffälligkeiten zu bemerken sowie mit einer Krise richtig umzugehen, auch in der Außendarstellung, gehören zu diesen ergänzenden Beratungselementen. Für die Filmwirtschaft weiterentwickelt, stehen Cyberversicherungen mit Zusatzbedingungen bereits jeder Produktion ohne großen Kostenaufwand zur Verfügung. (epo)

Bildquelle: Andreas Teich / Berlinale 2006

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten