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Bayerische und Allianz retten ‘60er

13.07.2017 – Gruenwalder Stadion_1860_Quelle_Wikipedia“Wir waren nahe an der Insolvenz”, sagte 1860 München Geschäftsführer Markus Fauser zu Beginn der vom Verein einberufenen Pressekonferenz. Möglich wurde die Rettung des in die Bayernliga abgestiegenen Vereins, da sowohl die Bayerische wie auch die Allianz einsprangen. Ein Versicherer hilft mit Millionen zur Überbrückung des aktuellen Finanzlochs, der andere verzichtet auf Millionen.

Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen hat sich durchgesetzt. Vor wenigen Tagen knüpfte er die Hilfe des Unternehmens an einen Platz im Aufsichtsrat und die Stundung eines Darlehens des Investors Hasan Ismaik. Beides geschah. In den Worten von Gräfer, der den Investor nicht namentlich erwähnte, klingt das so: “Wir alle wünschen uns, dass man jetzt die Herausforderungen anpackt. Dafür sind strukturelle Veränderungen nötig. Wir werden bei KGaA einen Wirtschaftsarbeitskreis ins Leben rufen um die Geschäftsführung zu beraten. Es soll eine professionelle Basis entstehen. Die Bayerische wird weiterhin Thomas Heigl in den Aufsichtsrat entsenden. Herr Heigl ist Wirtschaftsprüfer. Das Präsidium des e.V.s hat die Entscheidung getroffen, dass es einen Beauftragten des Präsidiums gibt, der sich um die Belange der KGaA kümmern soll.”

Die Bayerische wird eine Brückenfinanzierung bereitstellen, um dem Verein in der aktuell angespannten finanziellen Situation zu helfen. Dieses Darlehen kann, wenn die Mitgliederversammlung in einem der kommenden Jahre zustimmt, in Vereinsanteile umgewandelt werden. Über die Höhe der Hilfe wurde nicht gesprochen, in der Vergangenheit war die Summe von zwei Mio. Euro zu hören gewesen.

Gräfe wirkte auf der Pressekonferenz anpackend, energiegeladen und zukunftsfroh. Es überraschte beinahe, dass er nicht verkündete, zum heutigen Saisonstart selbst die Fußballschuhe schnüren zu wollen. Nach den Gründen für den plötzlichen Optimismus antwortete er: “Es gibt keine Garantien, aber der der Neustart ist eine Chance. Die Rahmenbedingungen sind anders als die der Vergangenheit.” Ergänzend sagte er: “Fragen sie mich in einem Jahr noch einmal, ob ich meinen Optimums noch besitze oder verloren habe.”

Allianz zeigt sich generös

Ob die 60er-Liebe der Bayerischen die Allianz angesteckt hat oder ob sie immer brannte, vermag VWheute nicht zu beurteilen. Fakt ist, die Allianz verzichtet auf Ansprüche gegen den Verein, die nach dem Auszug aus der Allianz-Arena bestanden – VWheute berichtete. Auf Anfrage schreibt das Unternehmen: “Die Allianz verzichtet vollständig auf die erworbenen Werberechte des Arena-Vertrags solange der TSV 1860 in der 4. und 3. Liga spielt. Auch im Falle von Wiederaufstiegen in die ersten beiden Ligen verzichtet die Allianz auf einen Großteil der erworbenen Werberechte.”

Am Ende entscheiden aber in der Versicherungswelt wie auf dem Platz die Zahlen: “Insgesamt verzichtet die Allianz auf Werberechte von vier bis sechs Mio. Euro, abhängig vom sportlichen Erfolg.” Ein Wermutstropfen bleibt. Auf der Pressekonferenz wurde deutlich, dass eine Rückkehr in die Arena nach einem möglichen Wiederaufstieg nicht zur Debatte steht, auch wenn die Allianz dagegen nichts einzuwenden hätte. Die Tür ist zu, hieß es.

“Sollten wir aufsteigen, müssen wir uns nach Alternativen umsehen. Es gibt verschiedene Optionen. In der dritten Liga würden wir auch im Grünwalder Stadion spielen”, erklärte Fauser. Das Ziel des Vereins in der laufenden Saison sei der Aufstieg.

Den Schlusssatz in dieser Geschichte voller heimlicher Nachtverhandlungen, misslungener Trikotpräsentationen und bayerischem Zusammengehörigkeitsgefühl hat die Allianz, auch wenn die Bayerische bestimmt zustimmen würde: “Die Rettung von 1860 liegt der Allianz am Herzen und wir haben gerne geholfen. Wir wünschen den 60ern, dass sie wieder in die zweite und erste Liga zurückkehren. München verdient zwei starke Fußballvereine.” (vwh/mv)

Bild: Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße (Quelle: Wikipedia)

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