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Axa gewinnt Blockchain-Rennen

14.09.2017 – BlockchainAls erster Großversicherer veröffentlicht die Axa ein Versicherungsprodukt auf Basis der Krypotwährung Etherum. Mit Fizzy können sich Fluggäste gegen Verspätungen versichern, als parametrische Versicherung reguliert das Produkt automatisch. Doch auch in der Transportversicherung könnte bald eine Krypto-Währung stecken.

Die parametrische Versicherung Fizzy reguliert nicht im Schadenfall, sondern dann, wenn ein Parameter, eine Zahlengröße einen in der Police geregelten Grenzwert überschreitet, in diesem Falle, wenn wenn sich der Flug um mehr als zwei Stunden verspätet. Erst im März hatte die Axa die Gründung einer Global Parametrics-Abteilung bekannt gegeben.

Der Kauf einer Verspätungs-Police werde in der Blockchain Ethereum gespeichert, das Smart Contract-Netzwerk besitzt außerdem den direkten Draht zu einer weltweiten Flugverkehrs-Datenbank. Den Schadenfall stellt Fizzy also ohne jede Schadenmeldung und menschliches Zutun fest, innerhalb von sieben Tagen soll der Kunde das Geld auf dem Konto haben und selbst um die Tarifierung kümmert sich der Algorithmus: Versicherung aus dem Blockchain-Automaten.

Kampfansage an Versicherungsunternehmen

Zwar hat die Axa damit als erster Versicherungstanker bewiesen, dass sich auch Konzerne Blockchain können. Die Idee einer Ehtereum-basierten Versicherung gegen verspätete Flüge gab es schon zuvor: Das Insurtech Etherisc bot seine Flight Delay Dapp bereits im September 2016 anlässlich der Entwicklerkonferenz Devcon2 in Shanghai an.

Anders als Fizzy speichert die Etherisc-Verspätungsversicherung nicht nur die Vertragsdaten in der Blockchain, diese fungiert auch als Risikoträger und Rückversicherer. Das Fernziel des Projektes ist, die Blockchain zu einem Marktplatz für alle Versicherungsprodukte auszubauen und das an den Konzernen vorbei: die risikotragenden Krypto-Geldgeber und ihre Versicherungsnehmer hätten die Vermittlung eines Versicherungsunternehmens nicht mehr nötig. Den hierfür nötigen Algorithmus stellt Etherisc als Open Source zur Verfügung. Rückendeckung erhält das Start-up unter anderem von EY.

Konsortium führt Blockchain in der Transportversicherung ein

Ethersic ist nicht die einzige Blockchain-Entwicklung unter EY-Beteiligung. Zeitgleich mit der Axa präsentieren die Unternehmensberater zusammen mit Guardtime die “weltweit erste Blockchain-Plattform für die Transportversicherungsbranche.” Die Plattform diene nicht nur dazu, die Bürokratie bei großen Transportvolumina zu reduzieren, indem sie Compliance, Transparenz und Risikomanagement ermögliche. Versicherer können sich über die Plattform zudem mit weiterem Kapital versorgen. Die Microsoft Azure-basierte Lösung soll nicht nur den Kunden und Versicherern, sondern auch Maklern und Dritten zur Verfügung stehen.

“Es war immer klar, dass die Blockchain das Potenzial hat, das gesamte Versicherungswesen zu transformieren”, sagt EY-Partner Oliver Netz. “Mit unserer Arbeit haben wir dazu beigetragen, dass aus dem Potenzial Realität wird.” Weitere Partner der Iniatiative sind Maersk, größte Containerreederei der Welt, Acord, eine Organisation zur Standardisierung der Versicherungswirtschaft, die Versicherer MS Amlin und XL Catlin sowie Beratungshaus Willis Towers Watson.

Zwar hat die Axa das Rennen um das erste Massenprodukt für sich entschieden, doch auch in der Rückversicherung schicken sich die großen Unternehmen an, Blockchain einzuführen. Erst am Montag hatte B3i einen vollfunktionsfähigen Prototyp vorgestellt, der im Herbst in den Betatest gehen soll. (de)

Bildquelle: Flickr / montillon.a

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