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“Auslagerung von Pensionszusagen extrem attraktiv”

22.02.2017 – Loebbecke_HDIFabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender der Talanx Pensionsmanagement AG und verantwortlich für bAV bei HDI, erwartet für 2017 durch das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz weitere Wachstumsimpulse, weil neben dem neuen Sozialpartnermodell auch die klassischen Durchführungswege gestärkt werden sollen. Die Reform soll noch in der ersten Hälfte dieses Jahres vom Bundestag verabschiedet werden.

Zwar gibt es eine Reihe von deutlichen Verbesserungen, die die bAV attraktiver machen, allerdings steht das von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles initiierte Sozialpartnermodell im Fokus der Kritik. Experten meinen auch, dass die bisherige Komplexität, die bisher viele Klein- und Mittelbetriebe daran hindert, bAV anzubieten, keineswegs beseitigt wurde.

Der Talanx-Konzern setzt in der bAV auch künftig schwerpunktmäßig auf die Durchführungswege Direktversicherung und Unterstützungskasse. Die Direktversicherung habe sich als einfacher, von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gut verstandener, Durchführungsweg erwiesen. Die staatliche Förderung werde, wenn das Reform-Gesetz so komme wie es jetzt vorliegt, von vier auf acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West ausgeweitet. Wenn das nicht reiche, könnte auf die Unterstützungskasse zurückgegriffen werden, die keinerlei Bilanz-Berührungen für den Arbeitgeber habe. “Diese beiden Wege sind für die Mehrzahl der Menschen nach wie vor die geeignetsten Durchführungswege und bieten breiten Gestaltungsspielraum”, so der Experte.

Im Verlauf der Diskussionen um das bAV-Reformgesetz hat von Löbbecke einen Zehn-Punkte-Plan entwickelt, durch den die betriebliche Altersvorsorge attraktiver gemacht werden kann. Einige der von ihm angesprochenen Punkte finden sich im Gesetzentwurf wieder. “Das sind aber bei weitem nicht die, die ich mir für eine durchgreifende Verbesserung der bAV gewünscht hätte”. Die doppelte Verbeitragung, also volle Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung auf die späteren Renten, sei zumindest für Riester-Verträge in der bAV abgemildert worden, aber noch nicht für die ganz normalen Verträge. Auch der Dotationsrahmen soll von vier auf acht Prozent erhöht werden. “Unsere Vorstellung lag zwei Prozent-Punkte höher, und die Beiträge sollten dazu sozialversicherungsfrei gestellt werden”. Wer sich jetzt für acht Prozent entscheide, müsste zwar auf diesen Anteil keine Steuern zahlen, aber immer noch vier Prozent Sozialabgaben leisten.

Auch die wichtige Forderung, die Anrechnung der Renten auf die Grundsicherung deutlich einzuschränken, sei nicht ausreichend berücksichtigt worden. Diese Begrenzung sei bisher ein großes Hindernis für den Abschluss einer bAV. Viele fragten sich, warum sie überhaupt sparen sollen, um dann im Alter nur so viel zu haben wie andere, die während der Arbeitszeit nichts zurückgelegt haben. Nunmehr sollen monatlich rund 205 Euro freigestellt werden können. Das sei aber immer noch viel zu gering. “Die Deckungslücke im Alter ist erheblich höher als der jetzt vorgesehene Freibetrag”, so von Löbbecke. Den Abbau von Komplexität in der bAV sieht das Vorstandsmitglied nach wie vor kritisch. “Es gibt inzwischen schon 550 Varianten, wie bAV gestaltet werden kann. Durch das neue Sozialpartnermodell kommen nochmals ein paar hundert Möglichkeiten dazu. Komplexitätsabbau sieht doch wirklich anders aus”.

Ausbauen will die Talanx Gruppe das Geschäft mit der Auslagerung von Pensionszusagen. Das sei inzwischen schon zu einem Erfolgsmodell geworden. Es gebe dafür einen Riesenbedarf am Markt. Der Gesetzgeber sei den Unternehmen zwar entgegengekommen und habe die Berechnung zur Bildung von Rückstellungen von sieben auf zehn Jahre verlängert. “In 2017 geht der Zins allerdings gnadenlos weiter zurück, was zwangsläufig wiederum zu astronomisch hohen Rückstellungen in den Betrieben führt. Deshalb ist die Auslagerung von Pensionszusagen extrem attraktiv und bietet uns ein hohes Geschäftspotential.” (wo)

Dies und mehr lesen Sie in der neuen Ausgabe des Business-und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Fabian von Löbbecke (Quelle: HDI)

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