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Auch nicht-personenbezogene Daten sind schützenswert

13.06.2018 – sz-podium_lieDer Schutz der durch neue Techniken wie der Telematik erhobenen Daten muss weitergehen als bisher – und dies kann ein Vorteil für die Versicherer sein. “In einer zunehmend unübersichtlichen Welt ist Vertrauen einer der wichtigsten Werte. Datenschutz schützt die Privatheit der Leute. Wenn die Versicherer hier einen Vertrauensvorschuss haben, kann dies ein Wettbewerbsvorteil sein”, sagte Dieter Kugelmann, Datenschutzbeauftragter von Rheinland-Pfalz.

Der Schutz müsse auch nicht-personenbezogene Daten einbeziehen, wie dies die EU auch in einer neuen Verordnung regeln wolle, da sich durch Techniken wie Telematik scheinbar anonyme Daten auch einzelnen Personen zuordnen ließen. Er warnte die Versicherer zu “innovationshörig” zu sein und keine Rücksicht auf die Freiheit des Einzelnen zu nehmen. “Bevormunden Sie die Versicherten nicht und bewahren Sie die Vielfalt von Tarifen im Unternehmen, damit der Einzelne sich entscheiden kann, was mit seinen Daten geschehen soll”, sagte Kugelmann am Montagabend bei einer von der Süddeutschen Zeitung veranstalteten Fachkonferenz.

Wem die per Telematik erhobenen Daten aus den Fahrten eines Kunden gehören, lässt sich nicht einfach beantworten, wie sich auf bei dieser Podiumsdiskussion mit Stefan Schmuttermair von der E+S Rückversicherung AG, Stefan Imme von VW-Financial Services, Rainer Baumann von der Swiss Re und Dieter Kugelmann zeigte. Dabei geht es den Diskutanten zufolge auch nicht um Eigentums-, sondern vielmehr um Besitz- und Kontrollrechte.

Probleme könnten dann entstehen, wenn Daten per Einwilligung weiter gegeben werden könnten, diese Einwilligungen dann aber zu einem späteren Zeitpunkt rückwirkend gekündigt werden könnten. Baumann plädierte dafür, dem Kunden die Datenhoheit zu lassen. Bei Gesundheitsstudien zeige sich beispielsweise, dass der Kunde mit der Weitergabe seiner Daten großzügig sei, wenn er wisse, was mit diesen geschehe.

Zum Jahresende will auch die R+V wieder einen Telematik-Tarif anbieten. Mittlerweile lieferten die Daten aus den Smartphones valide Daten und die Akzeptanz in der Bevölkerung sei gestiegen, sagte Krawag-Vorstand Jan Dirk Dallmer. Die genossenschaftliche Gruppe hatte 2012/13 Telematik getestet, aber in dem Projekt keine Zukunft gesehen. Nun würden bis zum Jahresende verschiedene Techniken bzw. Anbieter für einen Telematik-Tarif getestet. (lie)

Bild: Rainer Baumann, Swiss Re (links) und Dieter Kugelmann, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Rheinland-Pfalz (rechts). (Quelle: lie)

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