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Atradius setzt auf Tschechien und Fernost

19.01.2018 – Eco_Outlook_AtradiusAtradius sieht in Tschechien, Indien und Vietnam derzeit die aussichtsreichsten Schwellenmärkte für deutsche Exporteure in diesem Jahr. Das geht aus der aktuellen Studie “Promising emerging markets for 2018″ des internationalen Kreditversicherers hervor. Zudem rechnet Atradius für 2018 mit einem Bruttoinlandsproduktwachstum für diese Länder im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Zudem schätzt der Kreditversicherer diese Volkswirtschaften derzeit als relativ robust gegenüber externen Risiken ein. So profitiert die Automobilindustrie in Tschechien nach Angaben von Atradius vor allem von der soliden wirtschaftlichen Entwicklung der Europäischen Union. Auch die chemische Industrie des Landes befindet sich weiter im Aufschwung: So werden unter anderm petrochemische Produkte, Kautschuke und Kunststoffe stärker nachgefragt.

Darüber hinaus werde die Konjunktur in Indien weiterhin vom großen Infrastrukturprogramm der Regierung unter Premierminister Narendra Modi gefördert. Dabei soll das nationale Straßennetz weiter in hohem Tempo ausgebaut und modernisiert werden. Der Bau von Brücken, Eisenbahnwegen und Flughäfen werde forciert, die Energiekapazitäten ausgeweitet. Dabei zeige sich Indien auch offen für ausländische Investoren in den Bereichen Energieversorgung, Straßen- und Eisenbahnbau.

In Vietnam versprechen vor allem der Landwirtschafts- und der Lebensmittelsektor aufgrund der zunehmenden Nachfrage gute Geschäftschancen, heißt es bei Atradius weiter. Während die Importzahlen von Automobile steigen, werde das Land den Prognosen auch einen langfristig hohen Bedarf an chemischen Erzeugnissen haben. Zudem bieten Infrastrukturinvestitionen gute Absatzchancen für ausländische Anbieter von Maschinen und Maschinenkomponenten, konstatiert der Kreditversicherer weiter.

“Der Ausblick für die Schwellenländer ist in diesem Jahr zwar etwas optimistischer als im vergangenen, insgesamt bleiben jedoch erhebliche Risiken für ihre Konjunkturen bestehen, etwa durch eine rasche Verschärfung der US-Zinspolitik oder die schnelle Abkühlung der chinesischen Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund bieten 2018 diejenigen Länder die vielversprechendsten Exportchancen, deren Wirtschaftswachstum von der Binnennachfrage getragen wird und die externe Unsicherheiten leichter kompensieren können, kommentiert Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius.

Sorgen bereiten den Ökonomen hingegen vor allem Italien und die Türkei. So lasten derzeit vor allem anhaltende geopolitische Konflikte, Rechtsunsicherheiten und der nur langsame Fortschritt von notwendigen strukturellen Reformen auf dem Investitionsklima des Landes am Bosporus. Eine der größten Schwachstellen der türkischen Wirtschaft sei zudem der hohe Verschuldungsgrad der türkischen Unternehmen.

In Italien befindet sich nach Angaben von Atradius vor allem der Bankensektor in einer weiterhin schwierigen Lage. Viele Institute seien weiterhin von notleidenden Krediten belastet, so die Ökonomen. Zwar entwickelte sich die Liquiditätslage der Banken zuletzt stabil, die Kreditvergabebereitschaft für Firmen ist weiterhin sehr verhalten. Dies führe aber dazu, dass die Kapitalisierungsmöglichkeiten und die Schockresistenz der italienischen Unternehmen gering seien, so der Kreditversicherer. “In der derzeitigen Hochstimmung darf nicht übersehen werden, dass in einzelnen Sektoren und Ländern weiterhin hohe Risiken für Forderungsausfälle bestehen und Unternehmen gut beraten sind, sich zu dagegen abzusichern”, betont Langen. (vwh/td)

Bildquelle: Atradius

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