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Atradius: Schweizer und Belgier zahlen pünktlich

31.08.2017 – Riesencontainerschiff_Bernd Sterzl_pixelio.deDeutschland lebt bekanntlich vor allem von seinen Exporten. Allein im Jahr 2016 stiegen die Ausfuhren laut Statistischem Bundesamt um 1,1 Prozent auf 1.206,9 Mrd. Euro. Von den zehn größten Exportpartnern sind laut Kreditversicherer Atradius vor allem Belgien und die Schweiz am verlässlichsten. Wesentlich schlechter sei die Zahlungsmoral hingegen in Polen, Italien und den Niederlanden.

Vor allem in Polen sehen die Experten des Kreditversicherer seit Anfang 2016 erhöhte Risiken für Zahlungsausfälle und Insolvenzen infolge von Umsatzsteuerkarussellen. Besonders betroffen von der Betrugsmasche seien vor allem Informations- und Kommunikationstechnikhändler. Zudem seien besonders Unternehmen im Bereich Brenn- und Treibstoffe von dieser Masche betroffen.

Dabei greift der polnische Staat bereits in Verdachtsfällen zu strikten Ermittlungs- und Strafverfahren, konstatiert Atradius. Dazu zählen zum Beispiel die Verweigerung der Umsatzsteuerrückerstattung auf unbestimmte Zeit, Pfändungen oder dem Einfrieren von Geschäftskonten mit der Folge der Handlungs- und Zahlungsunfähigkeit. Zudem weisen auch die Automobil-, Transport-, die Bau- und die Maschinenbaubranche sowie der Bereich Baumaterialien laut Atradius erhöhte Risiken für Zahlungsausfälle aus.

Italiens Bausektor steckt in der Krise

In Italien befindet sich nach Einschätzung von Atradius vor allem der Bausektor in einer schwierigen Situation. Demnach seien die Investitionen in der Branche seit 2008 um 35 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten um 29 Prozent gesunken. Dennoch leide die Branche noch immer an den Überkapazitäten. Zusätzlich belastet werden die Unternehmen auch durch eine restriktive Darlehensvergabe der Banken sowie durch lange Forderungslaufzeiten des öffentlichen Sektors.

Darüber hinaus machen dem italienischen Einzelhandel vor allem ein verändertes Kundenverhalten, der Online-Handel und eine geringere Marktmacht der italienischen Händler gegenüber der ausländischen Marktmacht zu schaffen. Hinzu kommen vermehrt Betrugsschäden bei Lieferanten in den Regionen Kampanien und Latium sowie den italienischen Abnehmern in der Lebensmittel- und Elektronikbranche.

Viele Insolvenzen im Non-Food-Handel

In den Niederlanden macht den deutschen Unternehmen vor allem die große Zahl an Insolvenzen im Non-Food-Handel zu schaffen. So verzeichne dieser Sektor laut Atradius zwar insgesamt wachsende Umsätze, jedoch haben nach wie vor einige niederländische Unternehmen Schwierigkeiten, ihr Geschäftsmodell den Anforderungen des Online-Verkaufs anzupassen. In jüngster Vergangenheit gab es mehrere größere Insolvenzen bei Elektronik- und Textilhändlern.

Dennoch entwickelt sich die niederländische Wirtschaft nach Einschätzung des Kreditversicherers derzeit positiv. Nach einem Plus des Bruttoinlandprodukts 2016 von 2,2 Prozent erwarten die Ökonomen in diesem Jahr voraussichtlich ein Wachstum um 2,3 Prozent. Die Zahl der Insolvenzen werde im Vergleich zu 2016 um 20 Prozent zurück gehen, prognostiziert Atradius. Zudem haben die politischen Risiken laut Kreditversicherer nach den Parlamentswahlen im April 2017 abgenommen.

Belgier und Schweizer sind besonders zuverlässig

Laut Atradius-Analyse fallen belgische Abnehmer hingegen am wenigsten durch Forderungsausfälle auf. Ein wesentlicher Grund dafür sei ein 2013 beschlossenes Gesetz, wonach verspätete Zahlungen im Firmengeschäft mit einem Strafzins belegt werden. Auch die Schweiz weise mit Ausnahme einiger Einzelfälle eine verhältnismäßig geringe Quote von Nichtzahlungen und von Zahlungsausfällen auf. Auffällig waren in den vergangenen zwölf Monaten Unternehmen aus den Sparten Baumaterialien, der Öl- und der Energiewirtschaft. (vwh/td)

Bildquelle: Bernd Sterzl / PIXELIO (www.pixelio.de)

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