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Atradius: Hohes Insolvenzrisiko im Baugewerbe

18.01.2017 – Hausbau_lichtkunst.73_pixelio.deTrotz gut gefüllter Auftragsbücher fürchtet der Kreditversicherer Atradius in der Baubranche weiterhin hohe Risiken für Zahlungsausfälle oder -verzögerungen. Besonders betroffen seien vor allem Unternehmen im Baunebengewerbe, die hauptsächlich Installations-, Pflaster-, Maler-, Glaser- oder Garten- und Landschaftsbauarbeiten durchführen.

Den Grund für die möglichen finanziellen Engpässe sieht der Kreditversicherer darin, dass diese Unternehmen meist erst am Ende eines Projektes tätig werden. Trotz derzeitigem Aufschwung sei das Risiko, dass dem Auftraggeber das Geld ausgeht und er seinen Dienstleister nicht mehr bezahlen kann, weiterhin gegeben.

“Das Risiko, nicht bezahlt zu werden, besteht vor allem für Unternehmen, wenn sie in Groß- und Langzeitbauprojekte involviert sind, die zahlreiche Unwägbarkeiten mit sich bringen”, kommentiert Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius. “Probleme bekommen dann vor allem kleine und mittlere Firmen, deren Eigenkapitalausstattung zumeist gering ist”, ergänzt der Atradius-Experte.

Insgesamt ist nach Angaben von Atradius das Risiko von Zahlungsausfällen in der deutschen Bauindustrie aufgrund des Auftragsbooms leicht gesunken. “Bei allen positiven Nachrichten muss man bei der Branche dennoch weiterhin sehr genau hinsehen und einzelne Unternehmen differenziert betrachten”, betont Tesch: “Obwohl es im Baubereich seit nunmehr fünf Jahren aufwärts geht, ist die Branche im Vergleich zu anderen nach wie vor deutlich anfälliger für Zahlungsausfälle”. Demnach seien im bergangenen Jahr mehr als zehn Prozent aller Entschädigungen von Atradius Deutschland an jene Kunden ausgezahlt worden, die sich gegen Forderungsausfälle durch deutsche Bauunternehmen abgesichert hatten.

Hinzu kommen traditionelle Unwägbarkeiten der Baubranche bei Langzeitprojekten: Steigen beispielsweise die Rohstoffpreise für Zement, Stahl, Kunststoffen oder Sand an, könnten entsprechende Aufträge am Ende mit einem Defizit enden, wenn keine Preisgleitklausel in die Verträge eingebaut sind. (vwh/td)

Bildquelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

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