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Atradius fürchtet Zahlungsausfälle in der Stahlbranche

20.09.2017 – stahlwerk_pixelioDie Stahlindustrie gehörte einst zu den Schlüsselindustrien in Deutschland. Heute leidet die Branche indes vor allem unter der Billigkonkurrenz aus dem Ausland – insbesondere aus China. Auch wenn sich die deutsche Politik parteiübergreifend vor den Bundestagswahlen für den Erhalt der Stahlbranche ausgesprochen hat, sieht der Kreditversicherer Atradius weiterhin dunkle Wolken aufziehen.

So befürchten die Risikoanalysten, dass die Zahlungsausfälle mittelfristig noch zunehmen werden. Dabei sehen die Experten des Kreditversicherers gleich mehrere Risikofaktoren für die deutsche Stahlindustrie. Die volatilen Rohstoffpreise stellen bereits seit Längerem eine große Herausforderungen für die Firmen dar, konstatiert Atradius. Die Gründe sehen die Ökonomen vor allem in den weltweit weiterhin großen Überkapazitäten im Stahlbereich. Zudem seien in den vergangenen Jahren hinzugekommen, vor allem aus China, Indien, Afrika, Südamerika und Indonesien.

Darüber hinaus befürchten die Risikoanalysten von Atradius, dass durch das Emissionshandelssystem der EU und die hohen Energiekosten die finanziellen Belastungen noch weiter steigen werden. Hinzu kommen mögliche Strafzölle und andere Handelsschranken in wichtigen internationalen Märkten wie zuletzt den USA hinzu. Zudem drohe durch geplante internationale Großfusionen das Risiko, dass die deutsche Stahlproduktion in den Deutschland weiter zurückgehen werde, konstatieren die Risikoanalysten des Kreditversicherers.

“Druck auf Stahlstandort wird größer”

“Der Druck auf den Stahlstandort Deutschland kommt von mehreren Seiten und wird insgesamt größer. Bislang haben die Unternehmen die schwierige Situation durch ihre Qualitätserzeugnisse und ihre hohe Produktivität weitgehend ausgleichen können. Weiter steigende Belastungen könnten aber dafür sorgen, dass dieser Vorteil zunehmend irrelevant wird – zumal internationale Anbieter auch qualitativ immer mehr aufholen”, sagt Michael Karrenberg, Regional Director Risk Services Germany, Central, North, East Europe & Russia/CIS von Atradius.

“Die Stahlindustrie ist eine wichtige Säule der deutschen Industrie, darüber hinaus hängen von ihr zahlreiche Zulieferer und Dienstleister ab. Ein Rückgang der Produktion hätte erhebliche Auswirkungen – nicht nur in Form von Umsatzeinbußen und Zahlungsausfällen für Produzenten in den Vorstufen, für Händler, Forschungseinrichtungen oder für die Transportbranche, sondern auch für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland insgesamt”, prognostiziert der Atradius-Manager. (vwh/td)

Bild: Stahlwerk (Quelle: Heiko Katenkamp / PIXELIO / www.pixelio.de)

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