Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Anleger streiten um Marihuana

04.12.2017 – Investment_FotoliaCannabis-Pflanzen als medizinisches Nutzprodukt haben mittlerweile ein enormes Marktpotenzial. Unter Anlegern sind entsprechende Investments jedoch umstritten. Allerdings sind entsprechende Investments in Marihuana-Produkte durchaus umstritten. Dies geht aus dem jüngsten Global Private Equity Barometer von Coller Capital hervor, der heute vorgestellt wird.

Demnach würde es vier von fünf Private-Equity-Anlegern nicht behagen, wenn ihre General Partners (GP) in ein Unternehmen investieren würden, dessen Geschäftstätigkeit sich auf Marihuana für nicht-medizinische Zwecke konzentriert. Eine knappe Mehrheit von 57 Prozent würde indessen Anlagen in Unternehmen mit Schwerpunkt auf der medizinischen Nutzung der Droge unterstützen.

Wenig überraschend hingegen ist der Umstand, dass US-amerikanische Unternehmen mit Schwerpunkt auf dem nicht-medizinischen Gebrauch von Marihuana toleranter eingestellt sind. So würden 30 Prozent der nordamerikanischen Anleger in Private-Equity-Fonds diese Unternehmen durchaus unterstützen.

Das Marktpotenzial ist jedenfalls enorm: Nach Berechnungen der Strategieberatung LSP Digital wurde allein im vergangenen Jahr ein Umsatz von etwa 4,4 Mrd. US-Dollar mit Cannabis-Pflanzen und -Produkten erzielt. Bis 2029 soll das Marktvolumen auf 100 Mrd. US-Dollar steigen.

Anleger lehnen Frauen-Quote ab

Gleichzeitig lehnen viele Anleger laut Barometer den Einsatz von Quoten zur Förderung der Beteiligung von Frauen im Private-Equity-Sektor mit überwältigender Mehrheit ab. Demnach sind drei Viertel der befragten Anleger zwar der Ansicht, dass Manager von Private-Equity-Fonds in Bezug auf die Anzahl der Frauen, die sie einstellen und die sie in ihre Anlageausschüsse berufen, ihre Ziele höher stecken sollten. Allerdings befürwortet nur eine geringe Minderheit würde Quoten der Anleger eine Frauenquote als Mittel zur Umsetzung dieser Ziele.

Allerdings spielen auch politische Einflüsse nach wie vor eine Rolle bei den Investments der Anleger. So gewinnen Buyouts in französisch- und deutschsprachigen Ländern bei vielen europäischen Anlegern zunehmend an Attraktivität. Gleichzeitig hat der britische Buyout-Markt für 44 Prozent der europäischen Anleger an Attraktivität verloren.

“Europäische Anleger schätzen Buyouts auf dem europäischen Festland nun als attraktiver ein, während ihr Enthusiasmus für das Vereinigte Königreich nachlässt. Dies ergibt sich aus der Zahl der Anleger, die glauben, dass Buyouts im Vereinigten Königreich als Anlagen weniger attraktiv werden”, kommentiert Michael Schad, Partner bei Coller Capital.

China wird zunehmend beliebt

Zudem haben vier von fünf Anleger mittlerweile Private-Equity-Beteiligungen in China im Portfolio – sei es über globale Fonds, panasiatische Fonds oder auf China spezialisierte Fonds. “China bietet den westlichen Märkten ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, und die Anleger scheinen bereit zu sein, die mit der Investition in das Land verbundenen Risiken zu übersehen”, betont Gregor von Deuten, Investment Principal bei Coller Capital, gegenüber VWheute (siehe KÖPFE & POSITIONEN).

“Dieses Barometer vermittelt ein interessantes Bild von einer Branche, die weiterhin wächst, deren Form sich aber allmählich festigt. Die Anlegergemeinschaft befindet sich nach unserer Einschätzung an einem Scheideweg. Limited Partners, die spezialisierte Ansätze in Bezug auf Private Equity verfolgen, beispielsweise Direktinvestitionen in Privatunternehmen, werden voraussichtlich den Anteil des Kapitals erhöhen, das sie in diese Bereiche investieren. Anleger, die diesen Weg noch nicht eingeschlagen haben, werden dies in Zukunft auch nicht unbedingt tun”, kommentiert Jeremy Coller, CIO von Coller Capital, das aktuelle Barometer. (vwh/td)

Bildquelle: Fotolia

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten