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Allianz inspiziert deutsch-französischen Motor

27.06.2017 – flaggen_frankdeutsch_pixelioEin schnurrender deutsch-französischer Motor gilt bereits seit Jahrzehnten der Hauptantrieb für das europäische Einigungsprojekt. Die Allianz hat den Oldtimer nun im Rahmen einer Umfrage einer intensiven Inspektion unterzogen. So ist das Interesse am jeweiligen Nachbarn in den letzten beiden Jahren spürbar gestiegen. Allerdings setzen beide Seiten durchaus unterschiedliche Prioritäten.

Dabei werfen laut Umfrage 59 Prozent die Deutschen in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklungen westlich des Rheins. Bei der letzten Befragung im Jahr 2015 lag dieser Anteil bei 39 Prozent. In Frankreich verzeichnete die Allianz ebenfalls eine Zunahme von vormals 38 auf nun 48 Prozent.

Unterschiedliche politische Prioritäten

Allerdings scheinen die Deutschen und Franzosen durchaus unterschiedliche politische Prioritäten zu setzen, wenn es um die Zukunft des eigenen Landes geht. Während beispielsweise 76 Prozent Deutschen die Kluft zwischen Arm und Reich verringern wollen, legen nur 63 Prozent der Franzosen einen besonderen Wert darauf. Noch deutlicher sind die Unterschiede in anderen Bereichen.

Zudem sehen 72 Prozent der Deutschen und nur 40 Prozent der Franzosen einen Schwerpunkt in der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Zudem sehen 61 Prozent der Deutschen eine Priorität in der Bekämpfung des Rechtsextremismus. In Frankreich spielt dies hingegen nur für 35 Prozent der Befragten eine Rolle. So verwundert es auch nicht, dass 48 Prozent der Deutschen und 35 Prozent der Franzosen eine stärkere Integration von Ausländern fordern.

Demgegenüber setzen die Franzosen ihre Prioritäten vor allem in der Wirtschaft. Wichtigstes Ziel für 81 Prozent Befragten in der Grande Nation ist demnach die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. In Deutschland ist dies hingegen nur für 42 Prozent wichtig. Gleichzeitig fordern 51 Prozent der Franzosen (37 Prozent der Deutschen) eine stärkere Wirtschaftsförderung. 39 Prozent der Befragten in Frankreich sprechen sich zudem für verbesserte Rahmenbedingungen für Unternehme aus. In Deutschland hat dies jedoch nur für 20 Prozent der Befragten Priorität.

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Weitgehende Einigkeit herrscht hingegen bei der Sicherung der Renten (jeweils 73 Prozent der Befragten), dem Ausbau der sozialen Absicherung (54 Prozent der Deutschen und 53 Prozent der Franzosen) oder dem Abbau der Staatsschulden (31 Prozent der Deutschen und 34 Prozent der Franzosen).

Vorsichtiger Optimismus bei den Deutschen

Insgesamt blicken die Deutschen vor der Bundestagswahl im September 2017 verhalten optimistisch in die Zukunft. Demnach sind 86 Prozent der befragten Deutschen 86 der Auffassung, dass die wirtschaftliche Lage “gut oder sehr gut” sei. Nur acht Prozent bezeichnen die Lage als kritisch und nur ein winziger Anteil von einem Prozent als sehr kritisch bezeichneten.

Trotz anhaltenden Unbehagens infolge der weltweiten Finanzkrise im Jahre 2008 bleiben die Deutschen laut Allianz also optimistisch. Die meisten sind überzeugt, dass der positive Wirtschaftstrend anhalten wird, und nur 13 Prozent äußerten sich diesbezüglich skeptisch. Zudem betrachten rund zwei Drittel der Deutschen die Zukunftsaussichten in Deutschland gut. Ein gutes Drittel der Befragten ist der gegenteiligen Meinung.

Sorgen machen sich die Deutschen vielmehr um das politische Klima in der Bundesrepublik. So ist der Anteil derjenigen, die auf die Qualität der Regierung vertrauen, seit 2015 von knapp 50 auf mittlerweile nur noch 39 Prozent gesunken. Zudem bewerten nur noch 72 Deutschen die politische Situation angesichts der Flüchtlingskrise, des Rechtsextremismus und anderer sozialer Entwicklungen als stabil. Vor zwei Jahren waren es noch 81 Prozent.

Franzosen sorgen sich um die Wirtschaft

Bei den Franzosen liegt der Fokus laut Allianz-Umfrage hingegen vor allem auf wirtschaftlichen Belangen. So brachte eine Umfrage vor den Präsidentschaftswahlen ein eher düsteres Bild zutage. Vor allem die langanhaltende Konjunkturschwäche und hohe Arbeitslosigkeit insbesondere unter den Jugendlichen treibt den Franzosen die Sorgenfalten auf die Stirn.

Auch bei der Reformfähigkeit der Französischen Republik haben die Franzosen derzeit keine gute Meinung. Fast drei Viertel der Befragten vertreten die Auffassung, ihre Gesellschaft habe sich festgefahren und verändere sich kaum. Vor zwei Jahren waren es noch 62 Prozent.

Gleichzeitig bewertet weniger als ein Viertel der befragten Franzosen die wirtschaftliche Situation ihres Landes positiv, während der Rest sie eher als kritisch oder sehr kritisch einstufte. Deutlich negativer ist die Einschätzung sogar bei der Generation X und Y. Nur 21 Prozent der Befragten gingen laut Allianz-Umfrage davon aus, dass die jüngere Generation in Frankreich gute Perspektiven habe, wobei 76 Prozent sich unzufrieden oder geradezu alarmiert zeigten.

Deutsche und Franzosen fordern Reform der EU

Weitgehende Einigkeit herrscht hingegen beim Blick auf Europa. Demnach ist dies- und jenseits des Rheins nur eine Minderheit davon überzeugt, dass die EU-Mitgliedschaft mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt. Der Rest glaubt entweder, dass ihr Land von der Gemeinschaft profitiert (37 Prozent in Deutschland und 31 Prozent in Frankreich), oder dass sich Vorteile und Nachteile die Waage halten.

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Eine überwältigende Mehrheit sowohl der Franzosen als auch der Deutschen hält jedoch fundamentale Reformen in der EU für unerlässlich. (vwh/td)

Bildquelle: Lupo / PIXELIO / (www.pixelio.de)

Grafikquelle: Allianz

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