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Allianz: Deutsche könnten reicher sein

28.09.2017 – autorenteam_mvbDie Privathaushalte in Deutschland arbeiten hart für ihr Geld, in vielen anderen Ländern lassen die Menschen lieber ihr Geld arbeiten. So lautet etwas provokant zugespitzt eine der Thesen des neuen Allianz Global Wealth Reports. Denn trotz Niedrigzins und steigender Inflation ließen die Bundesbürger 2016 fast 50 Prozent ihres Kapitals in Bankeinlagen statt in renditeträchtigere Investments fließen.

“Dies zeugt von einem unverändert hohen Sicherheitsbedürfnis”, stellte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise fest, der die Ergebnisse der Studie zusammen mit Co-Autor Arne Holzhausen, Leiter der Abteilung Insurance and Wealth bei der Allianz SE, zusammenfasste.

Dies zeige sich auch beim Vergleich mit den Entwicklungen privater Vermögen in anderen Ländern. Deren wesentliche Treiber seien Gewinne aus Wertpapieren gewesen. In Nordamerika resultierten die Zuwächse zum Beispiel zu 74 Prozent aus diesem Bereich, während in Deutschland nur 27 Prozent des Vermögenswachstums darauf zurückgingen.

Das vorsichtige Verhalten bei Kapitalanlagen, so Heise, sei allerdings auch in anderen Ländern des Euro festzustellen. Trotz alledem seien die Sparbemühungen der Privathaushalte weltweit neben den Zuwächsen bei den Wertpapieren die Haupttriebfedern des Wachstums gewesen. Für die Kapitalanleger in den Industrieländern wäre allerdings mehr drin.

Sparer leiden unter Geldentwertung

“Allein im letzten Jahr dürften die Sparer durch die Geldentwertung Einbußen in Höhe von rund 300 Mrd. Euro erlitten haben”, schätzte der Chefvolkswirt. Dies sei eine Herausforderung für Finanzbranche und Politik gleichermaßen. “Wir machen derzeit aus den Möglichkeiten des globalen Reichtums zu wenig.”

Und der ist nicht gerade unbeträchtlich: “Nach einem schwächeren Anstieg im Jahr 2015 (plus 4,7 Prozent), verzeichnete 2016 wiederum ein Wachstum von 7,1 Prozent. Weltweit kletterte das Geldvermögen somit auf 170 Billionen Euro”, erläuterte Heise, und sprach von einer klaren Beschleunigung gegenüber dem Vorjahr.

Spitzenreiter beim Vermögensaufbau war erneut Asien mit 15 Prozent Zuwachs. Allein China hat seit 2006 etwa 30 Prozent zum weltweiten Wachstum beigetragen. Im Vergleich dazu schnitten andere Regionen im selben Zeitraum weniger stark ab: Lateinamerika und Osteuropa (plus fünf Prozent), Nordamerika (plus 2,1 Prozent) und Westeuropa (plus 1,4 Prozent).

Verbindlichkeiten der Privathaushalte auf neuem Höchststand

Gemäß der Allianz-Studie stiegen 2016 die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte weltweit mit 5,5 Prozent so stark, wie seit 2007 nicht mehr. Erstmals seit 2009 wuchsen die Schulden damit auch wieder schneller als die nominale Wirtschaftsleistung. Die globale Schuldenstandsquote (Verbindlichkeiten in Prozent des BIP) erhöhte sich auf 64,6 Prozent.

Heise sieht hier ein Trendwende: “Die Bereitschaft Schulden aufzunehmen, ist wieder gestiegen.” Die rechnerische Schuldenlast pro Kopf in Deutschland beträgt laut Untersuchung zur Zeit 20.950 Euro, der Schuldenzuwachs privater Haushalte in 2016 bei ca. 4,4 Prozent.

Im Ranking der weltweit höchsten Netto-Geldvermögen hat die USA 2016 wieder die Schweiz auf Platz eins abgelöst. “Die Schwellenländer haben aber einen enormen Aufholprozess hingelegt”, betonte Arne Holzhausen. “Die globalen Vermögen haben zuletzt einen rapiden Anstieg von 600 Mrd. Euro gezeigt und die Mittelklasse der Vermögen konnte sich in Staaten wie Indien oder Brasilien gut entwickeln.” Die “dunkle Seite” dieser Entwicklung sei allerdings eine zum Teil sehr ungleiche Verteilung in den einzelnen Ländern, wenngleich sich hier vieles bereits verbessert habe. (mvb)

Bild: Das Autorenteam des Allianz Global Wealth Report. (Quelle: mvb)

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