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Aktive Schadenprävention bei Lieferkettenunterbrechung

07.09.2017 – AchimHillgraf_FMGlobal - Windows-FotoanzeigeVon Achim Hillgraf, Hauptbevollmächtigter von FM Global Deutschland: Das Motto des diesjährigen GVNW Symposiums lautet “Globale Risiken und Trends – lokale Herausforderungen”. Dieser Diskurs ist aktueller denn je, denn globales Wachstum bedeutet für Unternehmen stets Herausforderungen – sowohl lokal als auch global. Wird die Lieferkette durch Schäden unterbrochen, ist dies für Firmen spürbar, ob in Tuttlingen oder Shenzhen.

Ein Ereignis am anderen Ende der Welt kann ebensolche Auswirkungen auf das Unternehmen haben wie lokale Ereignisse. Die “BRIC”-Staaten, die “Next Eleven”-Länder oder der Verband Südostasiatischer Nationen sind nur eine Auswahl von Ländergruppen, die in den vergangenen Jahren in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Interesses gerückt sind. Wer im Wettbewerb mithalten möchte, produziert zunehmend im kostengünstigeren Ausland – und somit auch in Gegenden, die durch Elementarrisiken gefährdet sind. Betrachtet man die Jahre 2013 bis 2016, verursachten Überschwemmungen unter den Naturkatastrophen die höchsten Schäden für die Weltwirtschaft.

Laut dem “Annual Global Climate and Catastrophe Report” von Aon Benfield belief sich das Schadenausmaß allein 2016 auf 62 Mrd. US-Dollar. Naturkatastrophen sind aber nicht der einzige Faktor, der eine Betriebsunterbrechung hervorrufen kann. Zu den größten Gefahren für die Lieferkette zählen nach wie vor auch Feuerrisiken. Überhitzung, feuergefährliche Arbeiten, Explosionen oder menschliches Fehlverhalten – dies alles kann dazu beitragen, dass eine Lieferkettenunterbrechung auf unbestimmte Zeit eintritt. Unternehmen ihrerseits möchten Planbarkeit und Stabilität in ihrer Versicherungsdeckung.

Weltweite Standards und Bauvorschriften berücksichtigen

Hinzu kommt der Bedarf an Produkten und Dienstleistungen, die über die “reine Versicherung” hinausgehen, z.B. aktive Schadenprävention als Teil des Risikomanagements. Es gilt, holistisch zu denken und alle Eventualitäten abzuwägen. Bauvorschriften etwa setzen Standards, um Aspekte wie z.B. Sicherheit, Widerstandsfähigkeit und Energieeffizienz von Gebäuden zu regulieren. Sie entwickeln sich stetig weiter und variieren von Land zu Land – und innerhalb eines Landes von Region zu Region. Das ist selbstverständlich, um lokale Besonderheiten miteinzubeziehen.

Lokale Gegebenheiten sollten immer bedacht werden, aber zugleich sollte auf weltweit gültige, zertifizierte Standards gesetzt werden, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Selbstverständlich können solche Standards nicht einfach oktroyiert werden, sondern bedürfen sorgsamer Prüfung. Fingerspitzengefühl für ebendiese Feinheiten ist es, was den Unterschied macht – zwischen erfolgreichem Risikomanagement und einer vom Corporate Office erdachten, aber lokal nicht eins zu eins umsetzbaren Strategie, die lückenhaft sein kann und das Unternehmen exponiert.

Ob eine Produktionshalle abbrennt oder die Fertigung durch Hackerangriffe unterbrochen wird – die Herausforderung, für die sich Unternehmen schlussendlich wappnen müssen, ist die gleiche: Sobald die Lieferkette unterbrochen ist und Produkte nicht mehr zeitnah ausgeliefert werden, können sie sich finanziellen Einbußen und eventuellen Imageschäden gegenüber sehen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist Schadenprävention die zentrale Maßnahme. Diese beinhaltet nicht nur technische Maßnahmen und physische Sicherheitsvorkehrungen, sondern auch Mitarbeiterschulungen. So können lokale Herausforderungen gemeistert werden, um zum globalen Gesamtkonzept beizutragen.

Bild: Achim Hillgraf, Hauptbevollmächtigter von FM Global Deutschland (Quelle: FM Global)

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