Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Zinszusatzreserve: Medizin wirkt, Patient tot

30.01.2015 – reiner_will_assekurataDie Zinszusatzreserve ist für die deutschen Lebensversicherer auf Dauer nicht zu finanzieren. Dies sagte Reiner Will, Geschäftsführer der Assekurata, bei der Vorstellung der jüngsten Marktstudie zur Überschussbeteiligung 2015. “Es macht wenig Sinn, wenn der Patient an der Medizin stirbt. Auf Dauer ist diese Therapie nicht durchzuhalten und die Neukunden zahlen zu viel.”

Für 2014 müssen die Lebensversicherer erstmals neben den Tarifgenerationen von 4,00 und 3,50 Prozent auch die 3,25-er nachreservieren, weil der Referenzzins für die Zinszusatzreserve auf 3,15 Prozent gefallen ist. Laut Assekurata-Studie beträgt die Zuführung zur Zinszusatzreserve damit 1,09 (Vorher: 0,74) Prozent der konventionellen bilanziellen Deckungsrückstellungen. Das kostet den Markt voraussichtlich gut acht (Vorher: 7,0) Mrd. Euro Rückstellung. Damit steigt die erst 2011 eingeführte Zinszusatzreserve auf mehr als 20 Mrd. Euro, was ein beachtliches Volumen darstellt, bringen es die Lebensversicherer im Vergleich doch nur auf 13,1 Mrd. Euro Eigenkapital.

Eine Zinswende sei nicht in Sicht, so Will. Bei aktuellem Zinsniveau rutsche der Referenzzins 2015 auf 2,97 Prozent, womit auch der Bestand der Drei-Prozenter nachreserviert werden müsste. Für 2015 könnte die Zuführung zur Zinszusatzreserve also neun Mrd. Euro betragen. Damit dürften die Versicherer die laufende Überschussbeteiligung auf durchschnittlich knapp unter drei Prozent zurücknehmen.

Werde die Methodik zur Berechnung der Zinszusatzreserve nicht geändert – zum Beispiel durch zeitliche Streckung – kämen die Unternehmen in Bedrängnis. “Wirtschaftlich ist dies nicht tragbar”, so Will. (lie)

Bild: Reiner Will (Quelle: Assekurata)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten