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Zinspolitik: Potemkinsche Dörfer aus Spätzeit der DDR

15.10.2014 – Otte_Max“Wir sind schon fast bei null Zinsen, wir haben Strafzinsen. Das erinnert ein bisschen an die Spätzeit der DDR, wo auch solche potemkinschen Dörfer aufgebaut wurden”, sagt Wirtschaftswissenschaftler Max Otte. Sein vernichtendes Fazit angesichts der weltwirtschaftlchen Lage: “Die Politik der Notenbanken ist am Ende”.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk warnt Wirtschaftswissenschaftler Max Otte vor einer Abwärtsspirale der gesamten Weltwirtschaft und kritisiert die in seinen Augen schizophrene Sparpolitik der EU. In seinem Buch “Der Crash kommt” hatte Otte bereits 2006 die Krise vorausgesagt, die ein Jahr später ihren Ausgang nahm.

Im Vergleich mit 2008 habe man aktuell eher einen schleichenden Prozess. Bis in ein, zwei Jahren werde es Klarheit geben. Otte kritisiert die Russlandsanktionen als “unsäglich”: “Wir haben jetzt den Abschwung. Da kann ich schon verstehen, dass Rufe laut werden, dass man sich dem entgegenstemmen muss und die Sparpolitik aufgeben muss.”

Die Bankenpolitik der EZB hält er für gescheitert: “Das ganze viele Geld, was wir jetzt gedruckt haben, das ist an die Banken geflossen, das ist zum Teil in spekulative Bereiche geflossen und es ist nicht wirklich dahin geflossen, wo es hinfließen müsste, nämlich in den Süden, dort in den Mittelstand in Deutschland, dort wo Investitionen sinnvoll sind.” Otte plädiert für strukturelle Förderung von Hightech und Infrastrukturmaßnahmen anstelle von Konsolidierung durch Kürzung von Sozialleistungen.

Für Investoren hat er angesichts der strengen Lage einen Rat parat: “Eine gewisse Streuung im Vermögen” sei aktuell unerlässlich. (vwh)

Bildquelle: maxotte.de/ IFVE

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