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Zinspolitik ausgereizt – EZB will “auf unkonventionelle Maßnahmen zurückgreifen”

18.11.2014 – yves_mersch_ezb_150Yves Mersch, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) konzedierte auf der aktuell laufenden Eurofinanceweek in Frankfurt/Main, dass das Instrument der Niedrig- bzw. Negativzinspolitik ausgereizt ist und kündigte”unkonventionelle Maßnahmen” an.

Originalton des EZB-Direktors: “Der Referenzpunkt all unseres Handelns ist, das primäre Mandat der EZB zu erfüllen, das heißt Preisstabilität zu sichern. In Zeiten ungewöhnlich niedriger Inflationsraten bei Leitzinsen nahe Null, ist es geboten, unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen.

Die Liquiditätsspritzen und Ankaufprogrammen würden dazu dienen, die Verstopfungen im Kreditkanal zu lösen. Die damit verbundenen Risiken versuche man so gering wie möglich zu halten, indem man sich auf den Ankauf ausgesprochen sicherer Wertpapiere beschränke. Ziel könne es nicht sein, dem Bankensektor schlechte Kreditrisiken abzunehmen und in der Bilanz der Notenbank zu versenken:

“Das ist nicht unser Auftrag. Der damit einhergehende Druck auf die Zinsen ist bestenfalls ein Kollateralnutzen. Die Überschussliquidität, die im Bankensektor stecken bleibt, trägt aber nicht dazu bei, die Realwirtschaft zu beleben, sondern kann nur über den Portfolio und Wechselkurskanal wirken.” (siehe KÖPFE)

Die EZB könne, wenn es denn darauf ankommen sollte, mehr tun. Jede mögliche neue Maßnahme muss dabei im Vorhinein gründlich auf Effektivität und Effizienz durchleuchtet werden und auf Konformität mit dem Mandat: “Zugleich sind wir uns möglicher Nebenwirkungen und Langzeitrisiken sowie den Grenzen unseres Mandats bewusst.” (vwh)

Bild: Yves Mersch, Finanzpolitiker aus Luxemburg und EZB-Direktoriumsmitglied. (Quelle: EZB)

Link: Vollständige Rede Merschs auf der Eurofinanceweek

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