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Viel Nachholbedarf beim Versicherungsschutz für Vereine

04.12.2015 – mario_hartmann_hiscoxEhrenamtliches Engagement besitzt in Deutschland heute einen hohen Stellenwert. Derzeit sind 23 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig. Zudem sind etwa 600.000 Vereine in Deutschland registriert – mehr als fünfmal so viel wie 1970. Allerdings gebe es beim Versicherungsschutz für Vereine noch viel zu tun, sagt Mario Hartmann, Manager Professions & Specialty Commercials beim Spezialversicherer Hiscox gegenüber VWheute.

VWheute: In Deutschland gibt es rund 600.000 Vereine mit rund 23 Millionen ehrenamtlich Beschäftigten. Wie ist es derzeit um deren Versicherungsschutz bestellt und wo sehen Sie noch Lücken?

Mario Hartmann: Hier gibt es noch viel zu tun: Vereine benötigen eine passgenaue Versicherung gegen eventuelle Vermögensschäden (VH) und Personen- und Sachschäden (BHV). Die VH sollte sämtliche satzungsgemäße Tätigkeiten und auch den persönlichen Schutz von Vorständen (D&O) umfassen – beides ist nicht selbstverständlich. Aufgrund ihrer enormen Bedeutung sollten die Ehrenamtler selbstverständlich mitversichert sein. Leider beschränken sich einige Versicherungskonzepte stattdessen immer noch auf den Versicherungsschutz angestellter Mitarbeiter. Gute Versicherungskonzepte kombinieren zudem die VH und BHV in einem einfach gehaltenen Antrag. Sogenannte Eigenschäden, die durch Fehler von Mitarbeitern entstehen können, sollten genauso wie Schäden des Vereins, die schlimmstenfalls auch durch Unterschlagungen o.ä. in den eigenen Reihen entstehen können, ohne Zuschläge mitversichert sein.

VWheute: Was sind die aus Ihrer Sicht die typischen Risiken? Können Sie konkrete Beispiele für typische Schadenfälle nennen?

Mario Hartmann: Da kein Verein dem anderen gleicht, sind auch die Risiken sehr unterschiedlich. So kann es beispielsweise passieren, dass ein Tennisclub versäumt neue Vereinsmitglieder beim Verband anzumelden und diese somit keinen Unfallversicherungsschutz haben. Wenn sich dann bei der Vereinsmeisterschaft zwei Spieler verletzen, muss der Verein für ausbleibende Unfallversicherungsleistungen auskommen, die sich in fünfstelliger Höhe bewegen können. Hierfür würde z.B. die Vereinshaftpflicht von Hiscox greifen. Ein anderes Beispiel wäre z.B. wenn der Schatzmeister einer freiwilligen Feuerwehr es versäumen würde, wichtige Unterlagen rechtzeitig zu versenden. Wegen des verspäteten Eingangs verfiele der Anspruch des Vereins auf Zuschüsse. Hiscox würde auch hier den Schaden übernehmen.

VWheute: Worin unterscheidet sich der klassische Versicherungsschutz für Vereine und der Sportversicherung für Vereine? Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung und wo sehen Sie aus Sicht des Spezialversicherers künftige Perspektiven?

Mario Hartmann: Da der Begriff “Sportversicherungen” in der Regel eine Bündelung von Haftpflicht-, Rechtsschutz-, und Personenversicherungen ist, müsste hierbei genauer geprüft werden was angeboten wird. Aus unserer Sicht als Spezialversicherer ist es oft sinnvoller, sich je Produkt maßgeschneiderten Versicherungsschutz zu besorgen. In jedem Fall sollte der Verein bei den existenziellen Kern-Risiken die aus unserer Erfahrung eindeutig im Bereich der Haftpflicht liegen, auf die vorhin angesprochene passgenaue Lösung achten.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: Mario Hartmann, Manager Professions & Specialty Commercials beim Spezialversicherer Hiscox (Quelle: Hiscox)

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