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Versicherungsombudsmann fordert den Aufbau einer außergerichtlichen Streitschlichtungsstelle

10.07.2014 – hirschIm Interview mit Verbraucherportal 1A.net bestreitet Günter Hirsch, Ombudsmann der Versicherungswirtschaft, einen monokausalen Zusammenhang mit Blick auf den Anstieg der Beschwerdezahlen von 17.263 aus dem Jahr 2012 auf inzwischen 18.740 im Jahr 2013.

“Eine Rolle spielten sicher Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zum Rückkaufswert und den Stornokosten bei vorzeitiger Beendigung einer Lebensversicherung, über die in den Medien breit berichtet wurde”, erläutert Hirsch den Anstieg der absoluten Zahlen. Besonders betroffen seien die Sparten Lebens- und Rentenversicherung. Im Jahr 2013 stieg deren Zahl um 13,2 Prozent auf über ein Drittel aller eingegangenen Beschwerden. Auf Platz zwei, wie fast immer, Beschwerden zur Rechtsschutzversicherung.

“Häufig geht es bei Beschwerden um Probleme bei Vertragsschluss, sei es dass sich der Versicherungsnehmer nicht ausreichend beraten fühlt, sei es dass das Unternehmen nachträglich falsche Angaben des Versicherungsnehmers etwa zu seinem Gesundheitszustand anführt. In diesem Zusammenhang geht es häufig darum, ob die gesetzlichen Anforderungen an die Dokumentation der Beratung erfüllt sind. Geht es um die Leistungspflicht des Versicherers, spielen behauptete Obliegenheitspflichtverletzungen des Versicherungsnehmers eine nicht geringe Rolle”, konkretisiert der Ombudsmann den Beschwerde-Fokus.

Hinsichtlich der von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Studie zur Protokollpflicht für Versicherungsvermittler konstatiert Hirsch:

“Es gibt wenige Beschwerden, die sich unmittelbar und persönlich gegen Vermittler richten. Da das Handeln von Versicherungsvertretern jedoch in der Regel den Unternehmen zuzurechnen ist, liegt vielen Beschwerden gegen Unternehmen, insbesondere soweit sie sich auf angebliche Mängel bei Vertragsschluss stützen, das Verhalten des Abschlussvermittlers zugrunde. Die sachgerechte Beratung der Versicherungsinteressenten über das für sie passende Produkt und über die wesentlichen Aspekte einer empfohlenen Versicherung sowie die Dokumentation des Abschlussgesprächs geben nach wie vor Anlass für eine nicht geringe Zahl von Beschwerden. Zwar enthalten die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben eine Fülle unbestimmter Rechtsbegriffe und eröffnen daher erhebliche Auslegungsspielräume, die Rechtsprechung hat diese aber inzwischen weitgehend konkretisiert. Dies ist jedoch ersichtlich noch nicht bei jedem Versicherungsvermittler angekommen.”

Als Konsequenz seiner Arbeit fordert Hirsch den Aufbau einer außergerichtlichen Streitschlichtungsstelle.

Das vollständige Interview unter beigefügtem Link. (vwh)

Bild: Günter Hirsch ist seit 2008 Ombudsmann für die Versicherungswirtschaft. (Quelle: Ombudsmann)

Link: Interview: Versicherungsombudsmann Prof. Dr. Günter Hirsch

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