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Vermittler zwischen Provisionsverbot und Verbraucherschutz

10.03.2014 – gerald-archangeli-150Was bedeutet ein Provisionsvebot für die Vermittler? Wo sind die Chancen für Makler? Welches sind die Perspektiven des Vermittlerberufs? Gerald Archangeli, Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), geht im Vorfeld des 15. Tages der Versicherungswirtschaft der IHK Berlin zum Thema „Versicherungsvermittler – Beruf mit Perspektive“, der heute stattfindet, darauf ein.

VWheute: Was würde ein Provisionsverbot aus Sicht des BVK für die Masse der Vermittler und für den Nachwuchs bedeuten?

Gerald Archangeli: Unsere Studie „Betriebswirtschaftliche Konsequenzen eines Systemwechsels in der Vergütung von Versicherungsvermittlern“ von den Professoren Matthias Beenken und Michael Radtke weist nach, dass bis zu 45 Prozent der Versicherungsvermittler aus dem Markt ausscheiden würden, wenn ein Provisionsverbot vollzogen werden würde. Das hätte nicht nur immense Auswirkungen auf die Beschäftigung von zahlreichen Innendienstkräften in den Agenturen, sondern auch auf das Absicherungsniveau der deutschen Bevölkerung, für die die rund 246.000 registrierten Versicherungsvermittler arbeiten.

Die Ausschließlichkeitsorganisationen würden außerdem im Zuge eines Provisionsverbotes weitgehend obsolet, weil die Versicherungsvermittler dann als Versicherungsberater auf Honorarbasis im Kundenauftrag unterwegs wären, und nicht als Repräsentanten von Unternehmen.

VWheute: Sieht der BVK Chancen für Makler? Wie müsste sich deren Geschäftsmodell unter veränderten Bedingungen darstellen?

Gerald Archangeli: Die Chancen für Makler sind gut, sie sind die einzigen, deren Zahl laut dem Vermittlerregister seit Jahren nicht zurückgeht. Kunden wissen es zu schätzen, dass Makler unabhängiger sind. Aber ein Provisions- bzw. Courtageverbot würde auch sie ihrer Einnahmebasis berauben und zur Berufsaufgabe von vielen führen. Sie könnten den Courtageverlust aber zumindest im gewerblichen Bereich mit Honoraren ausgleichen.

VWheute: Was kann getan werden, um den Vermittlerberuf – und damit die private Altersvorsorge – zu erhalten?

Gerald Archangeli: Zunächst ist uns vom BVK wichtig, dass die Verantwortung und Ehrbarkeit unseres Berufsstands für die soziale Absicherung der Menschen anerkannt wird. Wir fordern von den politischen Entscheidungsträgern, dass uns dabei keine weiteren bürokratischen Steine in den Weg gelegt werden, auch nicht im Namen des Verbraucherschutzes. Des Weiteren fordern wir, dass endlich das Provisionsabgabeverbot Eingang in das Versicherungsaufsichtsgesetz findet, so dass eine Umgehung nicht mehr möglich ist. Und drittens wünschen wir uns, dass eine etwaige gesetzliche Stärkung der Honorarberatung nicht auf Kosten der Versicherungsvermittlung auf Provisionsbasis durchgeführt wird.

Das Interview führte vwh-Korrespondentin Elke Pohl.

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