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VDVM-Präsident wünscht sich weniger Ideologie

13.08.2014 – peter_wesselhoeft_150Peter Wesselhoeft, Präsident des Verbands Deutscher Versicherungsmakler e.V. (VDVM) zeigt sich im Sommerinterview mit VWheute enttäuscht über die geringe Reaktion der Branche auf seinen Aufruf für ein grundsätzliches Umdenken in Sachen Underwriting. Für das zweite Halbjahr hat sich Wesselhoeft dennoch viel vorgenommen: Solvency II steht beim VDVM auf der Agenda wie der Kampf gegen Bürokratie.

VWheute: Herr Wesselhoeft, wir wollen mal nachhaken. In der Ausgabe 1/2014 der Versicherungswirtschaft rieten Sie der Branche zu einem „grundsätzlichen Umdenken“: „Weg vom Underwriting nach Branchenklassifizierung und hin zu einer individuellen Risikobetrachtung“. Beobachten Sie da eine Veränderung?

Peter Wesselhoeft: Bisher nicht, was aber auch nicht überrascht. Das von mir eingeforderte grundsätzliche Umdenken bedeutet für den jeweiligen Versicherer eine massive strategische Veränderung seiner Aufstellung. Die dafür erforderlichen internen Überlegungs- und Entscheidungsprozesse dürften in jedem Fall mehr Zeit in Anspruch nehmen. Mich hat aber schon enttäuscht, dass nur ein einziger großer Versicherer die von mir in den Raum gestellten Thesen aufgenommen und den Dialog gesucht hat. Ich hatte mir mehr Resonanz erhofft.

Was sind Ihre Prioritäten im zweiten Halbjahr 2014?

Nachdem sich der VDVM zusammen mit den anderen Verbänden der Versicherungswirtschaft sehr stark auf eine Modifizierung des ursprünglichen LVRG-Entwurfs konzentriert hat, um die dort vorgesehenen Transparenzanforderungen sinnstiftender auszukleiden, werden wir uns jetzt vorrangig dem Thema Outsourcing-Vorgaben aus Solvency II widmen. Die dort grundsätzlich vorgesehenen Einsichtsrechte und Auskunftspflichten würden bei einer unveränderten Umsetzung für Versicherungsmakler so massive Bürokratiekosten auslösen, dass viele Tätigkeiten, die wir heute aus Gründen der wirtschaftlich sinnvollen Arbeitsteilung zwischen Versicherer und Makler durchführen, nicht mehr geleistet werden könnten.

Was sind Ihre Visionen für 2014/15?

Ein konstruktiver Dialog ohne ideologische Vorbesetzungen mit Politik und Verbraucherschützern zum Thema Unabhängigkeit in der Versicherungsvermittlung. Letztlich verfolgen wir doch alle das gleiche Ziel: eine Stärkung der qualifizierten, unabhängigen Versicherungsberatung und -vermittlung.

Ihre persönlichen Wünsche für den Rest des Jahres?

Mit dem bisherigen Verlauf bin ich verbandsmäßig und für mein eigenes Haus zufrieden. Das kann gern so weitergehen.

Wo verbringen Sie oder haben Sie in diesem Jahr Ihren Sommer-Urlaub verbracht?

Ich habe eine Woche in England verbracht – in London, wo wir einige Jahre gelebt hatten, und in den Cotswolds. Ansonsten haben meine jüngeren Partner im Unternehmen Vorrang während der Schulferien. Meine Kinder sind erwachsen.

Das Interview führte VWheute-Redakteurin Silvia Ellinger.

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