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Tarifverhandlungen gehen in die entscheidende Runde

22.05.2015 – beutelmann_agvUm 14:00 Uhr geht es in Hamburg in die dritte Tarifrunde für die rund 161.000 Innendienstangestellten und 12.000 Auszubildenden der Versicherungswirtschaft. Der AGV hatte eine lineare Tariferhöhung von 4,3 Prozent in drei Schritten für 36 Monate angeboten. VWheute sprach mit AGV-Verhandlungsführer Josef Beutelmann über seine Erwartungen an die heutige Runde.

VWheute: Rechnen Sie damit, dass heute eine Einigung erzielt wird?

Josef Beutelmann: Ja. Aber heute muss nicht heute heißen, sondern kann auch morgen sein. Denn ich kann mich an kaum einen Tarifvertrag erinnern, der vor Mitternacht unterschrieben worden ist.

VWheute: Aber Streiken ist doch zur Zeit “in”.

Josef Beutelmann: Der einzige Streik, den wir in der deutschen Versicherungswirtschaft je hatten, dauerte drei Tage und fand 1920 statt.

VWheute: Die 4,3 Prozent für 36 Monate reichen für eine Einigung wohl nicht aus. Da muss die Arbeitgeberseite noch einmal nachlegen, oder?

Josef Beutelmann: Dazu sind wir auch bereit. Wir haben am 28. April ausdrücklich ein „erstes Angebot“ vorgelegt. Es entspricht der Systematik von Tarifverhandlungen, dass dieses erste Angebot weiterentwickelt wird. Ein erstes Angebot war noch nie identisch mit dem Tarifergebnis.

VWheute: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stört sich insbesondere an der Vorbelastung, die Sie ins Feld geführt haben. Zu Recht?

Josef Beutelmann: Diese Vorbelastung ist ein betriebswirtschaftliches Faktum. Da die letzte Tariferhöhung erst zum 1. Oktober 2014 erfolgte, nämlich um 2,2 Prozent, würden die tariflichen Personalkosten in diesem Jahr um 1,56 Prozent gegenüber dem Vorjahr auch dann steigen, wenn in diesem Jahr keine Tariferhöhungen und keine Einmalzahlung erfolgen würden. Das ist beachtlich!

VWheute: Was ist Ihnen besonders wichtig?

Josef Beutelmann: Neben einer verträglichen Belastung insbesondere für das Jahr 2015 eine möglichst lange Laufzeit des Tarifvertrages. Denn das verschafft unseren Unternehmen Planungssicherheit, die sie dringend brauchen.

Bild: AGV-Verhandlungsführer Josef Beutelmann (Quelle: ak)

Link: AGV bietet bei Tarifverhandlungen 4,3 Prozent bis 2018 (Tagesreport vom 29.04.2015)

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