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Targobank-Chefvolkswirt: EZB ist zu weit gegangen

06.06.2014 – Lang“Völliges Neuland” nennt Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank die EZB-Zinsentscheidung: “Die Entscheidung der EZB geht zu weit.” Für private Sparer würden sich die konkreten Auswirkungen in Grenzen halten, sagt er voraus, dennoch sei die Strategie der EZB kritisch zu sehen.

Die Niedrigzinspolitik nehme immer extremere Formen an, obwohl schon die bisherigen Maßnahmen keinen wirklich durchgreifenden Erfolg zeigten: “Eines ihrer wichtigsten Ziele, nämlich die Banken zu einer großzügigeren Kreditvergabe an die Wirtschaft zu bewegen, hat die EZB bislang nicht erreicht”, sagt Lang. Die europäischen Aktienmärkte – und insbesondere der DAX – erreichen befeuert durch die niedrigen Zinsen Woche für Woche neue Höchststände. Otmar Lang: “Diese Entwicklung ist jedoch nicht durch die konjunkturelle Entwicklung in Europa unterlegt. Insbesondere für europäische Aktien sehe ich daher die Gefahr für eine Blasenbildung. Ähnliches gilt auch für die Rentenmärkte. Last but not least existiert derzeit auch keine wirkliche Deflationsgefahr, die extreme Maßnahmen rechtfertigen würde. Wir befinden uns in einer Phase deutlich rückläufiger Inflationsraten, was positiv zu werten ist. Schließlich erhöht ein stabiles inländisches Preisniveau die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Genau das ist es, was gewünscht ist. Die heutige Entscheidung der EZB geht daher zu weit.“ (vwh)

Foto: Bereits Mitte Mai hatte Targobank-Chefvolkswirt Otmar Lang vor Doping für die Finanzmärkte gewarnt. (Quelle: Targobank)

Link: Rürup: Niedrigzinsphase kein Dauerzustand (Tagesreport, 06.06.2014)

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