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04.12.2016
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Riester will verpflichtende Rente für alle

04.10.2016 – Graefer_Ulbricht_Haid_Riester_BayerischeWalter Riester sieht Reformen bei der gesetzlichen Rentenversicherung für unumgänglich. An dem nach ihm benannte Konzept Riester-Rente hält er fest. Zuletzt hatte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer laut über eine Abschaffung nachgedacht. Riester sieht aber auch Verbesserungspotential bei der gesetzlichen Rente sowie der seinen Namen tragenden Altersvorsorge:

“Es führt kein Weg vorbei an einer verpflichtenden Rentenversicherung für alle – einschließlich Beamte, Abgeordnete und Minister”, sagte der frühere Bundesarbeitsminister (SPD) auf einer Podiumsdiskussion der Initiative “pro Riester” im Rahmen der Hauptstadtmesse Fonds Finanz in Berlin. Dazu seien Änderungen im Steuerverfahren hilfreich: “Ich bin der Auffassung, die Steuerrückerstattung für die Altersvorsorge sollte zukünftig direkt auf das Zulagenkonto des Kunden für die Altersvorsorge überwiesen werden.”

Verbesserungen sieht Riester bei der bürokratischen Beantragung der Zulagen. Zusammen mit dem ehemaligen Finanzminister Hans Eichel präferierte er eine Erstattung über die örtlichen Finanzämter. Diese Idee scheiterte am Widerstand des Bundesrats. “Wenn es bei der Zulagenstelle bleibt, ist zwingend eine Verfahrensvereinfachung nötig, um Kosten für die Anbieter zu senken und die Akzeptanz beim Kunden zu erhöhen”, sagte Riester.

Dirk Ulbricht, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen in Hamburg, erklärte während der stattfindenden Diskussion, dass meist überschuldete Menschen keine Riesterrente nutzen würden. “Für den Vertrieb sind 60-Euro-Verträge in armen Haushalten nicht profitabel. Die Riesterrente kann ihr Ziel der Armutsbekämpfung hier nicht erreichen. Ein Standardvertrag mit der Möglichkeit, eine Alternative wahrzunehmen (opt-out), wäre eine mögliche Lösung.”

Joachim Haid, Mitbegründer der Initiative pro Riester, sagte: “Die Verbraucher werden durch unsachgemäße öffentliche Kritik stark verunsichert.” Er zeigte anhand von Beispielrechnungen auf, dass die Kritik an angeblich wenig lukrativen Verträgen unzutreffend sei. “Eine Riester-Kalkulation geht auch auf einem Bierdeckel.”

Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe die Bayerische, forderte: “Wir müssen erreichen, dass alle Menschen in Deutschland Altersvorsorge betreiben. Dazu bedarf es Aufklärung und Beratung. Die fatale Nullzinspolitik führt zwangsläufig dazu, dass die Beitragsgarantien bei der Riester-Rente flexibilisiert werden müssen – und zwar jetzt.” (vwh/mv)

Bild: Gräfer, Ulbricht, Haid, Riester. (Quelle: Bayerische)

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