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Regulierung erfordert mehr fachliche Expertise

10.06.2015 – ellenbuerger_kpmgDie zunehmenden Regulierungsanforderungen erfordern einen immer höheren Bedarf an fachlicher Expertise bei Beratern, sagt Frank Ellenbürger, Bereichsvorstand Versicherungen bei der KPMG AG. Hinzu komme das rasante Tempo, “mit dem sich die bestehenden Geschäftsmodelle aufgrund der Digitalisierung und der damit einhergehenden Konvergenz von Industrie und Dienstleistern verändern”, so der Experte weiter.

VWheute: Wozu braucht es Berater in der Versicherungswirtschaft? Welche Kompetenzen tragen Berater bei?

Frank Ellenbürger: Die Anforderungen an die Branche – und damit auch an die Berater – haben sich in den vergangenen zehn Jahren stark verändert. Wir beobachten einen hohen Bedarf an fachlicher Expertise, der vor allem durch die zunehmenden und immer komplexer werdenden Regulierungsanforderungen verursacht wird. Dazu kommt das rasante Tempo, mit dem sich die bestehenden Geschäftsmodelle aufgrund der Digitalisierung und der damit einhergehenden Konvergenz von Industrie und Dienstleistern verändern.

Agilität und Flexibilität werden deshalb immer wichtiger, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Und gerade hier kommen wir Berater ins Spiel. Aufgrund unserer Einblicke in viele unterschiedliche Branchen sind wir in der Lage, mögliche neue Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette unserer Mandanten aufzuspüren – denken Sie beispielsweise an die Mobile Payment-Anbieter, die auch in Deutschland mehr und mehr Fuß fassen, um nur ein Beispiel zu nennen.

VWheute: Wie werden entwickelte Strategien der Berater operativ umgesetzt?

Frank Ellenbürger: Der wichtigste Erfolgsfaktor bei der operativen Umsetzung eines Projektes – ob mit oder ohne Beratungsunterstützung – ist und bleibt die Klarheit und Präzision in der Zielsetzung, verbunden mit einer transparenten Definition des Erfolgs gemäß der Vorgabe „Zählen, Messen, Wiegen“. Natürlich geht das nur, wenn die Mandanten von Anfang an und entlang des Weges eng und intensiv an der Projektumsetzung beteiligt sind. Dass Berater unabhängig und losgelöst von ihren Kunden arbeiten und zum Schluss nur ihre Erkenntnisse präsentieren, ist ein leider weit verbreitetes Vorurteil, das mit der Realität nichts zu tun hat.

Wir sind immer Teil eines Teams, das wir im Projektverlauf auch kontinuierlich weiter formen und entwickeln. Dabei achten wir stets auf die individuelle Unternehmenskultur und berücksichtigen das Veränderungspotenzial des jeweiligen Mandanten. Letztlich verstehen wir unseren Auftrag zur Unterstützung auch als Aufgabe, uns durch den Transfer des im Projekt aufgebauten Wissens am Ende entbehrlich zu machen und die Ergebnisse der Projektarbeit in die Linie zu überführen.

VWheute: Gibt es Vorbehalte gegen Berater − z.B. in den Vorständen oder unter den Belegschaften? Gewissermaßen ist es ja Kritik an der bisherigen Arbeit, an den bisherigen Abläufen des betroffenen Unternehmens.

Frank Ellenbürger: Auch wenn einem derartige Kritik als Berater immer wieder zu Ohren kommt: selten ist dies von Kundenseite der Fall. Wir werden entlang der Wertschöpfungskette unserer Kunden beauftragt: dazu gehören vertriebsstärkende ebenso wie und umsatzbringende Initiativen, und auch Maßnahmen zur Effizienz- oder Effektivitätssteigerung. Unser Blick von außen ermöglicht es uns, losgelöst von internen Widerständen gegenüber Veränderungen offen Herausforderungen ansprechen und Lösungsvorschläge machen zu können.

Dazu kommt unsere Methodenkompetenz „at scale“. Das heißt, dass wir ähnlicher Vorgehensweisen bereits bei vielen unterschiedlichen Organisationen in verschiedenen Industrien und Kulturkreisen angewendet haben und über einen entsprechenden Erfahrungsschatz verfügen. Dies alles sind – neben unserer fachlichen Kompetenz und Umsetzungsstärke – wesentliche Gründe, warum die Zusammenarbeit mit uns als interdisziplinärem Berater oftmals Projekte erst erfolgreich macht. Das sehen auch unsere Mandanten so.

Die Fragen stelle VWheute-Redakteur Michael Stanczyk.

Bild: Frank Ellenbürger (Quelle: KPMG)

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