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“Privatinvestoren sind effizienter”

12.11.2014 – OLYMPUS DIGITAL CAMERAJörg Rocholl, Präsident der ESMT European School of Management and Technology in Berlin und zugleich Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesfinanzministerium kritisiert im Interview mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die starke konsumtive Orientierung öffentlicher Ausgaben (Mütterrente, Rente mit 63) in den letzten Jahren.

Die Rufe nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zur Instandsetzung der maroden Infrastruktur in Deutschland, und zur Finanzierung auch andere Großprojekte der Öffentlichen Hand, werden lauter: BDI-Präsident Ulrich Grillo mahnte erst vor wenigen Tagen, Investitionen und ein ausgeglichener Haushalt passten nicht zusammen. Nun spricht sich Jörg Rocholl für eine Neubetrachtung aus. Auf die Frage: Die Bundesregierung hat sich für 2015 einen ausgeglichenen Haushalt vorgenommen. Müsste sie nicht von diesem Ziel abrücken, um mehr Geld für Investitionen aufbringen zu können, antwortet der Ökonom:

“Man sollte die schwarze Null nicht verdammen. Ich halte die Schuldenbremse angesichts der Euro-Krise und der hohen Verschuldung vieler Staaten für eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme. Sie stärkt den Glauben an die Leistungsfähigkeit Deutschlands, daran, dass wir auch in Zukunft den Spielraum für Investitionen haben und unsere Schulden bedienen können. Eine schwarze Null ist auch per se keine Bremse für Investitionen. Was mir in der aktuellen Debatte zu kurz kommt, ist die Frage, wofür der Staat eigentlich sein Geld ausgibt. Mein Appell an die Bundesregierung wäre, mehr über Einschnitte bei den konsumtiven Ausgaben nachzudenken und damit den Spielraum für Investitionen zu schaffen. Bei aller Schwierigkeit, die langfristigen Renditen öffentlicher Ausgaben zu ermitteln, ist doch klar, dass effiziente Investitionen auf lange Sicht einen größeren Effekt haben als der Konsum.”

Und hier spielten privaten Investoren einen wichtige Rolle, so Rocholl, denn: “Privatinvestoren sind als Betreiber in vielen Bereichen effizienter. Öffentlich-private Partnerschaften sind für den Staat zugleich ein gutes Absicherungsinstrument. Damit kann er Risiken übertragen. Dazu muss man allerdings die Dienstleistungen sehr genau beschreiben und definieren, welche Investitionen und Erhaltungsaufwendungen private Geldgeber erbringen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass auch die Behörden die nötige Kompetenz aufbauen, um solche Lastenhefte erstellen zu können.”

Das vollständige GDV-Interview mit Jörg Rocholl unter beigefügtem Link.

Bild: ESMT-Professor Jörg Rocholl, Inhaber des Ernst & Young-Lehrstuhls für Governance and Compliance. (Quelle: ESMT)

Link: “Privatinvestoren sind als Betreiber in vielen Bereichen effizienter”

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