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“Pokémon-Police geht an dem vorbei, was die Gesellschaft benötigt”

04.10.2016 – Marina Zubrod - quelle asuroDer Markt für digitale Versicherungsordner ist hart umkämpft. Das Insurtech Asuro ist als White-Label auch für Makler interessant. “Mit 6,7 Policen pro Kunde liegen wir deutlich über den deutschen Durchschnitt und haben als Ausgründung aus dem Frankfurter Maklerhaus Hoesch & Partner eine 30-jährige Erfahrung im Nacken. Wir wissen, wie Versicherung funktioniert und wie der Markt tickt”, sagt CEO Marina Zubrod im Interview mit VWheute.

VWheute: Wie sind Sie entstanden und wie viele Kunden haben Sie derzeit?

Marina Zubrod: Wir sind aus dem Frankfurter Maklerhaus Hoesch und Partner entstanden, der seit über 30 Jahren am Markt ist und zu den Top-15 Maklern in Deutschland gehört. Ursprünglich wollte man im Haus selbst eine App bauen, auf den Weg dahin hat man festgestellt, dass eine Ausgründung sinnvoller wäre. Das bedeutet, dass es seit 2015 die Asuro GmbH gibt, eine eigenständige und unabhängige Gesellschaft. Inhaltlich und operativ haben wir mit Hoesch & Partner nichts zu tun.

Wir sind eine Makler-App für den Endkonsumenten, aber auch für Makler selbst. Wir haben derzeit 3.000 bis 5.000 Kunden und verzeichneten in den letzten sechs Monaten bis zu 10.000 Downloads. Mit 7,6 Policen pro Kunde liegen wir deutilch über dem deutschen Durchschnitt, dementsprechend liegt auch das Prämienvolumen über dem Durchschnitt.

VWheute: Viele Insurtechs bieten einen digitalen Versicherungsordner an? Warum werden gerade Sie am Markt überleben?

Marina Zubrod: Weil wir darauf setzen, die bestehenden Prozesse zu digitalisieren. Da gibt es großen Nachholbedarf. Wenn wir als Makler die von dem Neukunden angegeben Policen bei dem Versicherer anfragen, kriegen wir diese zu 80 Prozent per Post zugeschickt. Mittlerweile haben wir zu fünf Versicherern eine technologische Schnittstelle gebaut, sodass wir die Police in digitaler Form nach zwei Stunden erhalten. Außerdem wollen wir den Kunden mehr als eine Übersicht über seine Versicherungen bieten. Dazu gehört die Online-Schadenmeldung, ein Notfall-Guide und ein Bedarfscheck. Smartphone-Apps müssen einfach cooler werden und so gebaut sein, dass die Leute sich gerne mit Versicherungen auseinandersetzen.

VWheute: Bieten Sie auch eigene Produkte an, wie Knip es mit der Pokémon-Police versucht?

Marina Zubrod: Die hat kein Mensch gekauft, das ist offensichtlich und bekannt in der Branche. Es wurde uns auch angeboten, zum Glück haben wir das abgelehnt. Eine Pokémon-Versicherung geht an dem vorbei, was die Gesellschaft benötigt. Man versichert sich gegen Risiken. Das Risiko beim Spielen von Pokémon ist nicht sonderlich hoch. Deswegen bieten wir eine Handy-Versicherung und eine situative Dritt-Fahrerschutzversicherung über die Barmenia an.

VWheute: Am Markt herrscht die Meinung, dass Versicherungen Push-Produkte sind und Versicherungsvermittler es immer geben muss.

Marina Zubrod: Diese wird es auch immer geben, ob physisch oder via Smartphone. Eine Risikolebensversicherung kann ich natürlich nicht über ein Smartphone verkaufen. Für eine Handyversicherung wird der Kunde allerdings auch nicht seinen Vermittler anrufen, es kommt auf das Produkt und die Situation an. Deswegen wollen wir auch Maklern helfen, solche Produkte über unsere App zu verkaufen.

VWheute: Die Beratungspflicht gelte auch für Insurtechs, sagt die Bafin. Wie sieht ihre Beratung aus und haben Sie das Know-how dazu?

Marina Zubrod: Der Makler, der unsere App als White-Label benutzt, der betreut die Kunden natürlich auch persönlich. Unsere Beratung erfolgt dagegen via Telefon, Email, Smartphone und andere digitalen Kanäle. Aber nicht persönlich. Weil wir nicht daran glauben, dass es überhaupt notwendig ist, den Kunden persönlich zu betreuen. Die Kunden haben auch schlicht keine Zeit für ein persönliches Treffen. Hoesch & Partner als Inkubator und Schwestergesellschaft benennen zu können, gibt uns den Vorteil, dass wir auf viele hochqualifizierte Ressourcen im Assekuranzbereich einen kurzen Verbindungs- und Kommunikationsweg haben. Wir wissen wie Versicherung funktioniert und wie der Markt tickt.

Die Fragen stellt VWheute-Redakteur David Gorr.

Bild: Marina Zubrod, CEO der asuro GmbH (Quelle: asuro)

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