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Niedrigzinspolitik: Preistreiber in der Altersvorsorge

11.02.2015 – Stotz_School_of_FinanceDie Niedrigzinspolitik und die expansive Geldpolitik schadet nicht nur den Versicherern, sondern hat die Kosten der Altersvorsorge in den vergangenen Jahren immens in die Höhe getrieben. Olaf Stotz, Professor für Asset Management an der Frankfurt School of Finance, hat errechnet, dass seit 2008 die Sicherung des Lebensstandards im Alter jährlich 13,5 Prozent teurer wurde.

„Das ist nichts anderes als Inflation“, sagt Olaf Stotz dem GDV. Laut Stotz sorgen die niedrigen Zinsen für zwei gegenläufige Effekte. Zwar steigt einerseits die Versorgungslücke, zugleich werden aber auch Bankkredite günstiger, was die Verbraucher wiederum dazu verleitet, mehr auszugeben. Das schließlich bezwecke die EZB, die sich von den niedrigen Zinsen auch eine Ankurbelung des privaten Konsums erhofft. „Die Kurzsichtigkeit der Menschen obsiegt in der Regel“, sagt Stotz.

Sparneigung der Deutschen

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Immer weniger wird laut GfK in Deutschland gespart. (Quelle: GfK, GDV)

Die Kosten für die Altersvorsorge fließen nicht mit in die offizielle Inflationsrate ein. Für Stotz ein Unding: „Für alle, die ihren Lebensstandard im Alter halten wollen, sind das bereits heute ganz reale Kosten“, argumentiert er. Würden diese in den Warenkorb mit einbezogen, läge die Inflationsrate bereits seit 2008 um gut einen Prozentpunkt höher.

Nach Ansicht von Stotz sollte auch die Politik ein Interesse daran haben, dass die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert ist. Schließlich habe sie sich das Ziel gesetzt, die private Altersvorsorge zu fördern. „Es ist auch ein gesamtwirtschaftliches Problem, wenn Menschen heute nicht sparen“, betont Stotz. (vwh/ku)

Bild: Olaf Stotz, Professor für Asset Management an der Frankfurt School of Finance (Quelle: School of Finance)

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