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Müller: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“

29.08.2014 – Mueller_Hannover_Re„Bei der Datenqualität verfügen wir mittlerweile über sehr gute und aussagekräftige Systeme“, sagt Eberhard Müller, Chief Risk Officer der Hannover Re, im Sommer-Interview mit VWheute. Beim Rückversicherer Hannover Re zeigt ein Datenqualitätsindex an, wie erfolgreich eingeleitete Maßnahmen sind. Doch das funktioniere nur solange, wie man selbst die Kontrolle über die Daten habe.

VWheute: Herr Müller, wir wollen mal nachhaken. In einem Beitrag auf VWheute vom 13. Juni 2014 sprachen Sie davon, dass die „beständigen Datenbeschaffungs- und Datenadjustierungsprobleme“ ein „Dauerbrenner“ für Rückversicherer seien. Was tut sich in dem Bereich?

Müller: In unserer Einheit „Datenqualität“ wird neben einer systematischen Kontrolle der Datenqualität in den verschiedenen Systemen auch durch Stichproben ermittelt, wie präzise die Vertragskonditionen in unseren Systemen verdrahtet sind. Über die Anzahl der gefundenen Fehler in den untersuchten Grundgesamtheiten kann man einen Datenqualitätsindex aufstellen. Naturkatastrophensimulationsmodelle haben aber zum Beispiel eine Datenflut im Terabyte-Bereich erreicht. Da diese Daten im Wesentlichen zur Ermittlung von Schadenerwartungswerten für Rückversicherungsverträge benutzt werden, achten einige Zedenten sehr genau darauf, welche Teildaten sich preiserhöhend auswirken könnten. Fehlen bei entsprechenden Datenlieferungen dann detailliertere Angaben, wird von dem Modell im Zweifel eine Standardannahme (Default) genommen, die ggf. zu einer Verbesserung der Schadenerwartung führt. Als Rückversicherer greift man hier am besten erst einmal zu automatisierten Plausibilitätschecks, die bei Unregelmäßigkeiten Alarm schlagen, sodass man bestimmte Ungereimtheiten noch einmal gezielt hinterfragen kann.

Was sind Ihre Prioritäten im zweiten Halbjahr 2014?

Da wir uns seit September 2008 in der Vorantragsphase für unser internes Modell mit der Bafin befinden und nun auf die Zielgerade einbiegen, wird das zweite Halbjahr 2014 von den Aktivitäten bestimmt werden, die notwendig sind, die letzten Hürden zu überspringen. Zum Thema Datenqualität glaube ich aber, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und mittlerweile über sehr gute und aussagekräftige Systeme verfügen.

Was sind Ihre Visionen für 2014/15?

Ich hoffe, die mittlerweile in allen europäischen Ländern aufkeimende Kritik an dem hohen Bürokratiegrad von weltweiten Aufsichtsanforderungen im Allgemeinen und Solvency II im Besonderen, zusammen mit den ungeheuren Kosten, die mittlerweile hierdurch erzeugt und an den Verbraucher weitergegeben werden, führen langsam zu einem Umdenken in wieder etwas praxis- und prinzipienorientiertere Kanäle seitens der Aufsichtsbehörden.

Ihre persönlichen Wünsche für den Rest des Jahres?

Meine persönlichen Wünsche für den Rest des Jahres sind sehr einfach. Ich wünsche mir sowohl für mich als auch für mein Unternehmen die Beibehaltung des derzeitigen außerordentlich zufriedenstellenden Gesundheitszustandes.

Wo verbringen Sie oder haben Sie in diesem Jahr Ihren Sommer-Urlaub verbracht?

Neben ein paar privaten Städtereisen und vielen Dienstreisen habe ich in diesem Jahr schon einen wunderschönen Fahrradurlaub in der Toskana und Umbrien hinter mir und bin jedes Mal wieder begeistert, wie man über diese Form des Urlaubs kulturelle und lukullische Aspekte aufs Angenehmste miteinander verbinden kann, ganz viel von Landschaft und Leuten in sich aufsaugt und am Ende – trotz Pedelec – immer noch sagen kann, auch etwas für die Gesundheit getan zu haben.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Silvia Ellinger.

Foto: Eberhard Müller, Chief Risk Officer Hannover Rück (Quelle: vvw)

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