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“Märkte bleiben zerrissen”

19.02.2016 – otmar_lang_targobankDie Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Prognose für das globale Weltwirtschaftswachstum in diesem Jahr auf drei Prozent gesenkt. “Kein Wunder, dass sich auch die Finanzmärkte zerrissen zeigen”, kommentiert Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank, die aktuelle Prognose. “Die Lage ist durchaus schwer zu interpretieren”, konstatiert der Experte.

Als Beispiel nennt Lang die USA: “Die Stimmung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist zwiegespalten – die Arbeitsmarktdaten überzeugen, das Konsumklima zieht an. Dennoch sind Produktion, Auftragseingänge und auch das Klima im verarbeitenden Gewerbe sehr gedämpft. Dass dafür ausschließlich der niedrige Ölpreis verantwortlich sein soll, scheint fraglich”, erläutert der Chefvolkswirt.

Ähnlich “unplausibel” sei auch die Entwicklung in China: Zwar gingen die westlichen Ökonomen von einem Wachstum von rund 6,5 Prozent aus. “Doch das kann bezweifelt werden, denn die offiziellen chinesischen Wirtschaftsstatistiken gelten in der Regel als nicht ganz ‘stimmig’”, betont Lang. Denn: “Statt der prognostizierten 6,5 Prozent sind dann (…) drei Prozent Wachstum realistisch – ein Paukenschlag für die Entwicklung der globalen Weltkonjunktur und damit auch für alle Finanzplätze dieser Welt. Eine Faustregel besagt, dass ein Wachstumsrückgang von ein Prozent in China das deutsche um 0,2 Prozent drückt.”

Der Chefvolkswirt geht davon aus, “dass die Aktienmarktturbulenzen noch nicht ausgestanden sind. Dass die aktuelle Erholung schon als nachhaltige Trendwende interpretiert werden kann, erscheint uns unwahrscheinlich”, betont der Experte. (vwh/td)

Bild: Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank (Quelle: Targobank)

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