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LV: Mehr Abschlüsse als Kündigungen – MdB Karawanskij kritisiert Intransparenz der Versicherer

14.11.2016 – SusannaKarawanskij_die LinkeSusanna Karawanskij hat die Bundesregierung zu Lebensversicherungen befragt. Das Mitglied des Finanzausschusses ersuchte nach Auskunft bezüglich der Zahl der Kündigungen beziehungsweise Beitragsfreistellungen von Lebensversicherungen in den vergangenen fünf Jahren sowie der Zahl der neu abgeschlossenen Lebensversicherungen. Antwort: Das Geschäft sinkt und das Neugeschäft ist stärker als die „Beendigungen“ der Verträge.

Das Neugeschäft im Bereich Lebensversicherungen hat sich in den letzten fünf Jahren fast kontinuierlich zurückentwickelt. Im Vergleich zu 2011 wurden 2015 alles in allem 1.149.000 Verträge weniger abgeschlossen. Beim Rückkauf oder Beitragsfreistellung ist ein leichter Rückgang zu vermerken: Im Vergleich zu 2011 gab es 2015 insgesamt 593.000 weniger Kündigungen beziehungsweise Umwandlungen in beitragsfreie Versicherungen. In 2015 wurden 2.243.000 Policen von Kundinnen und Kunden nicht mehr weiter bedient.

Das Neugeschäft ist also immer noch stärker als die Anzahl an Rückkäufen und Beitragsfreistellungen: In 2011 gab es 3.473.000 mehr Neuabschlüsse als Ausstiege.
- in 2012: 3.194.000
- in 2013: 2.711.000
- in 2014: 3.053.000
- in 2015: 2.917.000

Zum Thema Lebensversicherung erklärt Karawanskij: “Ob sich die Tendenz des zurückgehenden Neugeschäft fortsetzt, wird auch daran liegen, ob Verbraucher die neuen Lebensversicherungsmodelle ohne klassischen Garantiezins verstärkt annehmen. Es ist hierbei bedauerlich, dass die Bundesregierung keinerlei Auskunft darüber geben kann, ob hauptsächlich klassische Lebensversicherungen neu abgeschlossen wurden oder eben Verträge mit eingeschränkten oder gar keinen Garantien.”

Zum Verhältnis von Kunde und Versicherer sagt Karawanskij: “[…] Der Hinweis der Unternehmen, dass die Kunden nunmehr verstärkt an Überschüssen beteiligt werden, wenn schon keine Garantieleistungen versprochen werden, ist erstmal nur heiße Luft. Die Versicherungen tragen hier die Beweislast. So recht an ein Umdenken kann ich aber nicht glauben, wenn man sich anschaut, wie die Branche die Einschränkung der Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven durchgepeitscht hat und Gelder, die den Versicherten zustehen, in der Zinszusatzreserve oder in Überschusstöpfen schlummern. Den Versicherungsunternehmen ist immer noch nichts daran gelegen, das Überschusssystem transparenter zu gestalten, so dass Verbraucher konkret nachverfolgen können, wie viele Mittel ihnen daraus zustehen.”

“Bemerkenswert ist, dass es in den vergangenen fünf Jahren jedes Jahr mehr als doppelt so viele Neuabschlüsse als Kündigungen gab. Dies belegt, dass Versicherungsunternehmen trotz eines kontinuierlichen Rückgangs im Neugeschäft immer noch ganz gute Geschäfte machen und regelmäßig frisches Geld bekommen. Nichtsdestotrotz wird man weiterhin den Finger in die Wunde halten müssen, warum jedes Jahr deutlich über zwei Millionen Lebensversicherungen hinzukommen, in die nicht mehr eingezahlt wird”, führt Karawanskij weiter aus.

Das Thema Versicherungen rückt bei der Partei Die Linke immer mehr in den Fokus, zuletzt hatte Harald Weinberg, Sprecher für Gesundheitsökonomie der Linksfraktion im Bundestag, für eine geordnete Abschaffung der PKV votiert – VWheute berichtete. (vwh/mv)

Bild: Susanna Karawanskij (Quelle: Die Linke)

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